Provinz Ağrı

Ağrı (armenisch Աղրի, kurdisch Agirî) ist eine Provinz im äußersten Osten der Türkei.

Ihre Hauptstadt heißt ebenfalls Ağrı. Zur Zeit der Osmanen hieß die Stadt Şarbulak, was „fließende Quelle“ bedeutet. 1927 wurde der Name in Karaköse geändert, was entweder auf den osmanischen Eroberer 1507 Karagöz Bey oder auf Kara Kilise (dt: „schwarze Kirche“) zurückgeht. Seit 1938 tragen Stadt und Provinz ihren heutigen Namen nach dem Berg Ararat (Ağrı Dağı).

Geschichte

Ağrı liegt an der Verbindungsstelle zwischen Kaukasus, Kleinasien und Persien. Es finden sich hier Spuren der Hethiter, der Hurriter und der Urartäer (vgl. Anzavurtepe). Die Urartäer hatten die Gegend um den benachbarten Van-See zum Zentrum ihrer Kultur gemacht. Die Kimmerer behaupteten sich auch eine zeitlang hier (archäologische Spuren fehlen allerdings), bis das Gebiet unter die Herrschaft der Meder kam, die um etwa 550 v. Chr. von den Persern verdrängt wurden. 200 Jahre später eroberte Alexander der Große diese Gegend. Spätestens nach dem Tod von Alexander besiedelten Armenier diese Gegend und hielten sich bis in die Gegenwart. Nach Jahrhunderten abwechselnder Herrschaften kam Ağrı 1071 n. Chr. unter die Herrschaft der Seldschuken. Ab diesem Zeitpunkt waren Turkmenen bzw. Türken hier präsent. Im 16. Jahrhundert wurde Ağrı von den Osmanen erobert. Ağrı wurde zum Schauplatz von Kriegen der Osmanen gegen Perser und Russen. Im Ersten Weltkrieg wurde Ağrı von den Russen besetzt und erst 1920 wieder geräumt. Seit 1923 ist Ağrı Teil der Türkei. Zwischen 1927 und 1930 gab es mehrere kurdische Aufstände, die teilweise von der Xoybûn organisiert wurden (Ararat-Aufstand). Die Türkei konnte den Aufstand erst nach einer Grenzverschiebung in Absprache mit dem Iran beenden. In den 1980er Jahren gab es hier auch Kämpfe zwischen der Armee und der PKK.

1920 wurde ein Teil der Provinz Erzurum abgespaltet und unter dem Namen Bayazıt eigenständige Provinz. Im November 1926 wurde Karaköse Provinzhauptstadt und 1938 Stadt und Provinz in Ağrı umbenannt.