Diyarbakır (Provinz)

Diyarbakır (osmanisch دیاربکر Diyâr-i Bekr, „Land von Bekr“, aramäisch ܐܡܕ Amed bzw. ܐܡܝܕ Amid, kurdisch Amed) ist eine Provinz im Südosten der Türkei, mit der Hauptstadt Diyarbakır. Die Provinz hat eine Fläche von 15.355 km² und 1.673.119 Einwohner (2016). Nachbarprovinzen sind Malatya, Elazığ, Bingöl, Muş, Batman, Mardin, Şanlıurfa und Adıyaman. Diyarbakır liegt geografisch gesehen in Nordmesopotamien und hat eine alte und lange Geschichte.

Geographie

Diyarbakır ist eine von Bergen umgebene Provinz. Zu Mitte hin befindet sich eine Senke, welche von West nach Ost verläuft und größtenteils vom Tigris geformt worden ist. Im Norden befindet sich der Taurus, der die Regionen Ostanatolien und Südostanatolien voneinander trennt. Im Südwesten, an der Grenze zur Provinz Şanliurfa, liegt der 1957 m hohe Karacadağ, ein erloschener Vulkan. Seine erstarrten Lavamassen reichen bis zur Tigris-Senke.

Der wichtigste Fluss der Provinz ist der Tigris, der, aus Elazığ kommend, durch die Provinz fließt. Er fließt an der Stadt Diyarbakır vorbei und nimmt noch andere Flüsse auf, bevor er nach Süden fließt. Im Nordwesten streift ein Nebenfluss des Euphrat die Provinz. Im Rahmen des Südostanatolien-Projektes wurden mehrere Staudämme errichtet.

Landkreise

 

Diyarbakır ist seit 1993 eine Großstadt (Büyükşehir belediyesi). Nach einer Verwaltungsreform 2014 sind alle Landkreise direkt dem Oberbürgermeister von Diyarbakır unterstellt. Die ehemaligen Bürgermeister der Kommunen (Belediye) wurden auf den Rang eines Muhtars runtergestuft. Daher sind die 17 Landkreise gleichzeitig Stadtbezirke:

Bevölkerung

Die Bevölkerungsmehrheit stellen die Kurden. Die hier lebenden Kurden sprechen meist Kurmandschi. In den Landkreisen Çermik, Çüngüş, Eğil, Dicle, Hani und Teilen von Lice dominiert jedoch das Zazaische. Von den einst zehntausenden christlichen Armeniern und Aramäern leben seit den Massakern nur noch etwa 60 Personen in der Provinzhauptstadt Diyarbakır. Die Christen leben hauptsächlich im Stadtteil Hançepek (im Volksmund Gâvur Mahallesi, deutsch Ungläubigenviertel, genannt). Abgesehen von dieser relativ kleinen christlichen Minderheit in der Provinzhauptstadt Diyarbakır und den alevitischen Türken im Landkreis Bismil sind alle Bewohner sunnitische Muslime. Einst gab es eine beträchtliche Anzahl von Jesiden, die überwiegend nach Westeuropa auswanderten.

Bismil verfügte bis vor ein paar Jahrzehnten auch über eine größere türkischstämmige Bevölkerung. Die meisten sind spätestens seit Ende der 1980er oder der frühen 1990er in die westlichen Großstädte gezogen. Die Dörfer Aralık, Bakacak, Eliaçık, Karamusa, Köseli, Recep, Türkmenhacı und Ulutürk in der Umgebung von Bismil und Çermik haben noch immer eine türkische Bevölkerungsmehrheit.