Elazığ (Provinz)

Elâzığ (kurd. Elazîz) ist eine Provinz im Osten der Türkei. Östlich davon liegt Bingöl, im Norden Tunceli (kurdisch Dersim), im Westen Malatya und im Süden Diyarbakır. Die Provinz wurde nach der Hauptstadt Elazığ benannt.

Bevölkerung

Im Jahr 2015 hatte Elâzığ 574.304 Einwohner. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Türken und Kurden. Die Aleviten bilden eine religiöse Minderheit. Zwischen Sunniten und Aleviten kam es in den 1970er-Jahren zu gewaltsamen Auseinandersetzungen im Fastenmonat Ramadan. Bei diesen Auseinandersetzungen kamen mehr als 1000 Menschen ums Leben. Viele in Elâzığ lebende Aleviten stammen teils aus der Nachbarprovinz Tunceli.

Bis zum Ersten Weltkrieg gab es zahlreiche armenische Dörfer und Gemeinden in der Provinz, weshalb sie zu den Sechs armenischen Vilâyets (Vilâyat-ı Sitte) gezählt wurde.

Geographie

Elâzığ liegt auf einer Höhe von 1060 Metern, die Provinz hat eine Fläche von 9281 km². Davon sind allein 826 km² Wasserflächen, da in Elâzığ viele Stauseen liegen. Die größten Stauseen sind der Keban- und der Karakaya-Stausee am Flusslauf des Euphrats, der Kralkızı-Stausee am Flusslauf des Tigris und der Özlüce-Stausee am Flusslauf des Peri. Es gibt auch natürliche Seen wie den Hazar-See mit 86 km².

Geschichte

Die Stadt Elazığ ist verhältnismäßig jung und steht somit im Gegensatz zur langen Geschichte der Region. Spuren von Besiedlung sind um die 5000 Jahre alt.

Die Hethiter nannten diese Region Išuwa. Zwischen dem 12. und 7. Jahrhundert v. Chr. gehörte Elâzığ zu Urartu. Aus dieser Zeit stammen einige Siedlungen und Bergfestungen wie etwa die Festungen von Palu und von Harput. Danach fiel Elâzığ an die Meder, die Perser, die Römer, die Byzantiner und die Araber.

Nach dem Eindringen von türkischen Völkern gelangte die Region 1085 unter die türkische Dynastie der Çubukoğulları. 1234 fiel Elâzığ an die Seldschuken. 1243 eroberte die mongolische Ilchane-Dynastie aus dem Iran Elâzığ. 1363 herrschten die Dulkadir, 1465 die turkmenischen Akkoyunlular und ab 1516 die Osmanen. 1834 wurde das Zentrum der Provinz von der Stadt Harput nach Elâzığ-Stadt verlagert. Ab 1864 wurde es Zentrum des neuen Vilâyets Mamuretül-Aziz. Beim Völkermord an den Armeniern 1915 wurde die armenische Bevölkerung der Provinz fast vollständig deportiert, es kam zum Massaker von Mamuretül-Aziz bei Harput. Seit 1921 ist Elâzığ eine eigenständige Provinz. Bis 1937 hießen die Stadt und die Provinz Mamuret el-Azîz (Stadt, die von Aziz errichtet wurde), da die neue Stadt unter dem osmanischen Sultan Abdul-Aziz errichtet wurde.

Bildung

Die Fırat Üniversitesi besteht seit 1975.

Landkreise

Elâzığ besteht aus den Landkreisen:

Ağın (Egin)      Keban
Alacakaya (kurdisch: Guleman) Kovancılar (kurdisch: Macîran)
Arıcak Maden
Baskil Palu (kurdisch: Palo)
Elazığ Sivrice (kurdisch: Xox)
Karakoçan (kurdisch: Depe, Zazaisch: Qeze)

Harput

Harput ist die älteste Stadt in der Region. Als Festung gegründet, ist die Bedeutung der Stadt in den letzten Jahrzehnten gesunken. Der Ursprung des Namens ist nicht ganz klar. Strabon bezeichnete die Gegend als Karkathiokerta. Die Perser kannten dieses Gebiet als Ziata Castellum. Auf Arabisch wurde es Hısnıziyad genannt, da Hisn Festung bedeutet. In assyrischen Quellen hieß Harput Karpata. Die Byzantiner nannten es Kharpote und die Franken Quartapiert. Der Gelehrte und Reisende Evliya Çelebi nannte es Hasan Ziyad ülkesi („Das Land von Hasan Ziyad“). In den osmanischen Dokumenten gab es die Namen Hartabird, Harpurt oder Harpurd.

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