Iğdır (Provinz)

Iğdır (kurd. Reşqelas) ist eine Provinz im Osten der Türkei und grenzt an Armenien, die aserbaidschanische Exklave Naxçıvan und den Iran. Iğdırs Nachbarprovinzen sind Kars im Nordwesten und Ağrı im Süden. Ihre Hauptstadt ist Iğdır. Der frühere Name lautete Zuraşat.

Iğdır ist die einzige Provinz der Türkei, die an drei Staaten grenzt. Wegen der Vegetation wird Iğdır auch Yeşil Iğdır („Grünes Iğdır“) genannt. Der Berg Ararat liegt größtenteils innerhalb der Grenzen Iğdırs.

Iğdır wurde am 27. Mai 1992 als 76. Provinz der Türkei gegründet. Vorher gehörte Iğdır zur Provinz Kars.

Bevölkerung

Im Jahre 2015 betrug die Bevölkerung von Iğdır 192.435 Einwohner. Die Bevölkerung besteht aus Aserbaidschanern, Türken und Kurden.

Geographie

Iğdır liegt am Scheideweg wichtiger Verbindungsstraßen. Von hier aus konnte man das Handelszentrum Erzurum und auch Kars erreichen. Eine weitere Straße führt über Doğubayazıt in den Iran. Die 3588 km² große Provinz wird durch den Gegensatz zwischen dem sich aus dem armenischen Hochland erhebenden Gebirgsmassiv des Großen und Kleinen Ararat im Süden und dem Tal des Aras an der Grenze zu Armenien geprägt. Die Gipfel des Großen und Kleinen Ararats (türkisch Büyük Ağrı Dağı und Küçük Ağrı Dağı) liegen allerdings in der nach ihnen benannten Provinz Ağrı.

Die Temperaturen können von maximal 40 °C bis minimal -30 °C reichen. Bemerkenswert ist die, verglichen mit anderen Orten des armenischen Hochlands, niedrige Niederschlagsmenge (etwa 250 mm im Jahresmittel), die auf die Nähe des Ararat zurückzuführen ist.

Landkreise

Folgende Landkreise gehören zu Iğdır:

Aralık
Iğdır
Karakoyunlu
Tuzluca

Wirtschaft

Trotz zunehmender Urbanisierung ist die Provinz weiter stark landwirtschaftlich geprägt, wobei besonders die Schafzucht von Bedeutung ist. Vorhandene Industrien sind z. B. Mustaş (Handelstransport), die Araş und verschiedene Werkstätten zur Filz- und Textilmaschinenherstellung und Mehlmühlen.

Geschichte

In Iğdır herrschten unter anderem die Mitanni, Hethiter, Assyrer, Armenier, Kimmerier, Meder, Perser, Urartäer, Skythen, Seleukiden, Arsakiden, Sassaniden, Araber, Byzantiner, Seldschuken, Mongolen, Ilchane, Qara Qoyunlu, Akkoyunlar, Safawiden und die Osmanen. Durch die geografische Lage hat sich ein Handel mit Naxçıvan und dem Iran entwickelt, der die Region belebt.

Hier befindet sich das im Jahr 341 erbaute armenische Kloster Sankt Hakob von Akori und das 649 erbaute Kloster Agarak.

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