Çorum (Provinz)

Çorum ist eine Provinz der Türkei. Ihre Hauptstadt ist das gleichnamige Çorum.

Die Provinz hat 525.180 Einwohner (Stand 2015) auf einer Fläche von 12.820 km². Sie grenzt an die Provinzen Kırıkkale, Yozgat, Amasya, Samsun, Sinop, Kastamonu und Çankırı.

Landkreise

Die Provinz ist in Landkreise (İlçe) untergliedert:

Alaca        Laçin
Bayat Mecitözü
Boğazkale Oğuzlar
Çorum Ortaköy
Dodurga Osmancık
İskilip Sungurlu
Kargı Uğurludağ

Geschichte

Löwentor in Hattuša
  • 5000–3000 v. Chr.: Erste menschliche Siedlungen im Gebiet von Çorum wurden vor etwa 7000 Jahren gegründet. Nach Ausgrabungen in Alacahöyük, Balımsultan, Büyük Güllücek, Boğazkale, Eskiyapar, Hüseyindede und Kuşsaray war diese Region durch nahe gelegene Rohstoffvorkommen technisch und kulturell weit entwickelt.
  • 3000–1000 v. Chr.: In der Bronzezeit war Çorum Schauplatz vieler Städtegründungen. Um 2000 v. Chr. gehörte Çorum zu einem Fürstentum der Hattier.
  • 1950–1850 v. Chr.: In dieser Zeit existierten in diesem Gebiet Handelskolonien (Karum) der Assyrer, aus denen die ersten schriftlichen Nachrichten stammen.
  • vor 1500–1200 v. Chr.: Die Hethiter haben das Zentrum ihres Reiches in Hattuša, bei dem heutigen Ort Boğazkale.
  • Nach dem Seevölkersturm und dem indirekt damit zusammenhängenden Fall des Hethiterreiches gehört das Gebiet zu den Reichen der Phryger und später der Meder, um anschließend im Perserreich und danach dem Reich Alexanders aufzugehen.
  • Nach den Diadochenkämpfen wird das Gebiet Teil des Königreiches Kappadokien, das später Teil des römischen und danach des byzantinischen Reiches wird.
  • 1075: Eroberung durch oghusische Türken und Eingliederung ins Fürstentum der Danischmenden (Danişmend Beyliği).
  • 1276: Sieg über die Mongolen unter der Führung von Emir Celalettin.
  • 14. Jahrhundert: Eingliederung ins Osmanische Reich.
  • 1923: Çorum wird eine Provinz der Republik Türkei.
  • 1980: Türkische Rechtsextremisten töten beim Pogrom von Çorum etwa 57 Angehörige der alevitischen Minderheit.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten der Provinz zählen:

Der Boğazköy-Alacahöyük-Nationalpark, das Thermalbad von Figanı (Beke), die Hügelgräber von Balımsultan, Büyük Güllicek, Kuşsaray, Güzelcedere, Pazarlı (das Dorf Çikhasan), Eskiyapar und Kalınkaya, die Burgen von Çorum, Kaletepe, Kale (Eğercidağ), Iskilip und Osmancık (Kundıber), die Siedlungsruinen von Melik Gazi, Kalehisar und Gerdekkaya, die Felsengräber von Iskilip Bayat und Kızılcapelit, die Große Moschee (Ulu Cami) von Çorum, die Moscheen von Hamid, Han, Şeyh Muhiddin-i Yavsi, Tabakhane, Mihri Hatun, Oğuzköy und Koca Mehmed Pascha (Imaret), die Große Moschee, der Sinan Pascha Komplex, die Medressen von Alaca Hüseyin Gazi und Akşemseddin, die Koyun Baba-Brücke, die Badehäuser von Güpür Pascha, Ali Pascha, Koca Mehmed Pascha und Sunguroğlu, die Museen von Çorum, Alacahöyük und Boğazkale (Boğazköy).

Ruinenplätze

Zu den wichtigsten und frühesten Siedlungsplätzen gehören Alacahöyük und die Hauptstadt der Hethither Hattuša, heute Boğazkale (früher Boğazköy) mit dem Felsheiligtum von Yazılıkaya. An beiden Orten befinden sich eindrucksvolle Ruinen und ein kleines Museum. Sehenswert ist ebenfalls die hethitische Stadt Šapinuwa bei Ortaköy.

Wichtige Tage

Volksfeste

  • Das Kargı-Volksfest zwischen dem 31. Oktober und 6. November

Festspiele

  • Das Internationale Hethiterfestival in der Stadt Çorum am 15. Juli
  • Osmancık-Reisfestival in Osmancık zwischen dem 1. und 10. November
  • Mecitözü-Sonnenblumenfestival in Mecitözü in der letzten Woche des September

Feierlichkeiten

  • Die Hıdrellez-Feier in Osmancık zwischen 6. und 8. Mai
  • Die traditionellen Herbstringkämpfe und die Musikfeier in İskilip in der ersten Woche des September
  • Ringkampf und Feier in Sungurlu im Herbst
  • Ringkampf im Dorf Berk des Landkreises Dodurga im Oktober

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