Bingöl (türkisch für „Tausend Seen“) ist eine geschichtsträchtige Provinz im Osten der Türkei, die mit unberührter Natur, kultureller Vielfalt und jahrtausendealter Vergangenheit beeindruckt. Eingebettet zwischen Erzurum, Muş und Diyarbakır bietet Bingöl eine eindrucksvolle Mischung aus Bergen, Seen und authentischem Anatolien.
Die Geschichte von Bingöl reicht bis in die Antike zurück. Bereits im 1. Jahrtausend v. Chr. war die Region Teil des Urartäischen Reiches. 660 v. Chr. wurde Bingöl vom assyrischen König Assurbanipal erobert. Später gehörte es zum Persischen Großreich, wurde von den <strongRömern übernommen und war ab 395 Teil des Byzantinischen Reiches.
Im 13. Jahrhundert etablierten sich hier türkische Beyliks, darunter die Rum-Seldschuken und später die Ilchane. Ab dem 16. Jahrhundert wurde Bingöl Teil des Osmanischen Reiches. Besonders prägend war das Emirat von Bingöl (auch Çapakçur genannt), das bis 1864 bestand und eine wichtige Rolle in der kurdischen Geschichte spielte.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Bingöl Teil der Türkischen Republik. 1936 wurde es zur eigenständigen Provinz erklärt. Die Region war mehrfach von schweren Erdbeben betroffen, u. a. 1971 und 2003, was zu neuen Bauvorschriften führte.
Die Region ist geprägt von imposanten Gebirgszügen wie dem Bingöl Dağı (3.200 m) und idyllischen Hochweiden. Der Murat-Fluss durchzieht die Landschaft, während Seen wie der Kerkis Gölü oder der Sar Gölü stille Rückzugsorte für Naturliebhaber sind.
Die Küche Bingöls ist deftig und herzhaft: Probiere den berühmten Bingöl-Kebab, frische Joghurts und süße Spezialitäten wie Şeker Helvası. Die Menschen hier sind offenherzig – Gastfreundschaft wird gelebt.