Karaman ist eine Provinz voller Geschichte, Würde und Weite – südlich von Konya, am Schnittpunkt zwischen Anatolischem Hochland und Mittelmeerraum. Die Stadt war einst Hauptstadt des Karamanoğlu-Sultanats, und hier wurde das Türkische erstmals als Amtssprache proklamiert. Wer Karaman besucht, spürt: Sprache, Glaube und Landschaft verschmelzen hier zu einem kulturellen Klangraum.
Die gewaltige Zitadelle von Karaman thront über der Stadt und erzählt von seldschukischer und osmanischer Macht. Hatuniye-, Ibrahim-Bey- und Tol-Medressen beeindrucken mit kalligrafischem Schmuck und Armenküchen. In den Moscheen von Aktekke (Valide Sultan), Arapzade und der Yunus-Emre-Moschee wird bis heute gebetet – umgeben von Derwischklöstern und duftenden Gärten. Im Karaman-Museum wird die lange Geschichte der Region lebendig: von der jungsteinzeitlichen Siedlung Can Hasan Höyük bis zur osmanischen Gegenwart.
Ermenek liegt wie ein grünes Amphitheater zwischen Felsen und Pinien – bekannt für den Ermenek-Stausee, Höhlenklöster und Luft, die nach Thymian riecht. Die Maraspoli-Höhle ist ein Wunder unterirdischer Formationen, während die Bergdörfer um Sarıveliler wie Zeitinseln wirken. Weizenfelder, Mandelhaine, wilde Bienen, klare Quellen – Karaman ist ein Ort zum Durchatmen.
Karaman feiert stolz seine kulturelle Identität. Am 13. Mai findet die feierliche Sprachezeremonie statt – zum Gedenken an die Türkischproklamation. Die Kultur- und Kunstwoche im Mai (5.–12.) bringt Musik, Tanz und Poesie auf die Straßen. Am 10. Dezember ehrt man Mader’i Mevlana, am 26. Januar den Feldherrn Kâzım Karabekir. Sommerliche Yayla-Feste und Dorfmärkte vervollständigen die traditionelle Lebensfreude.