Kıbrıscık – Wälder, Hochlagen und stille Täler

Song: Kıbrıscık – Wo die Wälder leise singen

Charakter: Kıbrıscık ist der stille, waldreiche Hochland-Landkreis von Bolu – weitläufig, dünn besiedelt, mit klarer Bergluft und entschleunigtem Dorfleben.

Dichte Wälder Köroğlu-Gebirge Klare Bergluft & Ruhe

Wer dem Lärm der Städte entfliehen will, findet in Kıbrıscık ein echtes Anatolien-Gefühl: kleine Dörfer, weite Hänge und Nächte voller Sterne.

Über den Landkreis Kıbrıscık

Kıbrıscık ist einer der kleinsten und bevölkerungsärmsten Landkreise der Provinz Bolu – und genau das macht seinen Reiz aus. Der Landkreis liegt im Süden der Provinz, eingebettet in die südlichen Hänge der Köroğlu-Berge. Die Straße schlängelt sich von Bolu hinauf in die Höhe; mit jeder Kurve werden die Wälder dichter, der Verkehr weniger und die Luft spürbar frischer. Rund um das kleine Zentrum mit seinen zwei Stadtvierteln breitet sich eine Welt aus, die mehr aus Wald, Hochweiden und Feldern besteht als aus Häusern.

Das Zentrum von Kıbrıscık ist kompakt: niedrige Häuser, ein paar Läden, ein Platz, auf dem sich der Alltag abspielt. Hier erledigt man Besorgungen, trifft Nachbarn, tauscht Neuigkeiten aus. Abseits des Ortskerns verlieren sich die Straßen schnell in den Hängen und Tälern, wo kleine Dörfer mit wenigen Häusern entstehen. Kıbrıscık ist kein Ziel für Shopping oder Großstadt-Entertainment, sondern für Menschen, die Ruhe, Landschaft und Authentizität suchen.

Landschaftlich ist der Landkreis geprägt von ausgedehnten Nadelwäldern, klaren Hochlagen und tiefen Tälern. Einige Dörfer gelten zugleich als klassische Yayla-Orte – Hochweiden, auf denen Menschen und Tiere im Sommer „nach oben“ ziehen. Auf den Lichtungen zwischen den Bäumen liegen Wiesen, Felder, Heuschober und einfache Gehöfte. In der Ferne zeichnen sich die Rücken der Köroğlu-Berge ab, und dazwischen liegen kleine Wasserläufe, Schluchten und bewaldete Rücken.

Kıbrıscık ist zudem eine Art „Randlandkreis“: Nach Norden geht es nach Bolu, nach Süden stößt die Straße in Richtung Beypazarı in der Provinz Ankara vor. Der Landkreis liegt damit wie ein grünes Tor zwischen Schwarzmeerhinterland und Zentralanatolien. Viele Menschen sind der Arbeit wegen in größere Städte gezogen, weshalb die Dörfer heute dünn besiedelt und sehr ruhig sind – ideal für Gäste, die genau diese Leere schätzen.

Wer Kıbrıscık besucht, erlebt einen Landkreis, in dem die Zeit anders läuft: Traktoren statt Stadtautobahnen, Holzöfen statt Klimaanlagen, Dorfläden statt Einkaufszentren. Es ist ein Ort, an dem man spürt, dass „weniger“ manchmal tatsächlich „mehr“ sein kann – mehr Himmel, mehr Bäume, mehr Stille und mehr Zeit für sich selbst.

Kultur & Traditionen

Die Kultur von Kıbrıscık ist tief in der bäuerlichen Lebensweise verankert. Viele Familien leben noch immer von Viehzucht, Futteranbau und kleinflächiger Landwirtschaft. Jahreszeiten strukturieren den Alltag: Aussaat, Heuernte, Almauftrieb und Rückkehr aus den höher gelegenen Dörfern bilden einen wiederkehrenden Rhythmus, der über Generationen weitergegeben wurde.

Traditionelle Gastfreundschaft spielt eine große Rolle. Gäste, die in eines der Dörfer kommen, erleben oft, dass Türen offenstehen, spontan Tee angeboten wird und neugierige Fragen zum Herkunftsort gestellt werden. Religiöse Feste, Beschneidungsfeiern, Hochzeiten und Dorftreffen werden meist im Freien oder in einfachen Sälen gefeiert; Musik, Essen und gemeinsames Sitzen bilden das Herz dieser Ereignisse.

Aktivitäten

Kıbrıscık ist ein Landkreis für Menschen, die gerne draußen sind, ohne dass es einen großen touristischen Rahmen braucht. Spaziergänge durch das Zentrum, Streifzüge in die umliegenden Dörfer und spontane Abstecher auf Waldwege gehören zu den einfachsten und schönsten Aktivitäten.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann von den Dörfern aus in die Höhen der Köroğlu-Berge aufsteigen, klassische Yayla-Orte besuchen und sich Aussichtspunkte suchen, von denen aus man kilometerweit über das Grün blickt. Fototouren, Pilz- oder Kräuterwanderungen (mit lokalem Wissen!) und stille Picknicks ohne Trubel sind hier ideal.

Reisetipps

Kıbrıscık erreicht man in der Regel per Auto oder Kleinbus von Bolu oder über die Strecke in Richtung Beypazarı. Die Straßen sind kurvig und führen durch Berg- und Waldgebiete, deshalb sollte man insbesondere im Winter, bei Nebel oder nach Regen mit angepasster Geschwindigkeit fahren. Ein eigener Wagen oder ein Mietwagen bietet die größte Flexibilität, um auch kleinere Dörfer zu erreichen.

Unterkünfte sind begrenzt und eher einfach, dafür aber authentisch. Es kann sinnvoll sein, in Bolu zu übernachten und Kıbrıscık als Tagesausflug oder mit einer Übernachtung auf der Strecke einzuplanen. Im Zentrum gibt es einige Teestuben und einfache Lokale; Kartenzahlung ist nicht überall garantiert, Bargeld ist sicherer.

In ländlichen Regionen ist es normal, dass Restaurant- oder Teestubenbesitzer Gäste freundlich ansprechen. Das ist Teil der Gastkultur. Wenn jedoch jemand sehr aufdringlich wird, Preise nicht klar nennt oder „nur heute“ Sonderangebote verspricht, lohnt es sich, weiterzugehen. Ruhige, bodenständige Betriebe mit sichtbaren Preisen sind meistens die bessere Wahl.

Nachhaltigkeit

Kıbrıscık lebt von einer sensiblen Natur und kleinen Strukturen. Nachhaltiges Reisen bedeutet hier vor allem: nichts zurücklassen, was nicht in die Landschaft gehört, respektvoll mit Waldwegen umzugehen und keine wilden Feuer zu entzünden. Wer lokale Produkte kauft, im Dorf übernachtet und regionale Speisen probiert, unterstützt direkt die Bevölkerung.

Für wen eignet sich Kıbrıscık?

Der Landkreis ist ideal für ruhesuchende Alleinreisende, Paare, naturverbundene Wanderer, Fotografen und alle, die bewusst in eine dünn besiedelte Bergregion eintauchen möchten. Familien mit kleinen Kindern sollten bedenken, dass es kaum klassische Freizeitangebote gibt – wer aber Natur, Tiere und Dörfer spannend findet, kommt auf seine Kosten. Für Nachtschwärmer, Shopping-Fans oder Partygänger ist Kıbrıscık dagegen nicht die richtige Wahl.

Kulinarik

Die Küche in Kıbrıscık ist bodenständig: Eintöpfe, Bohnen- und Linsengerichte, Bulgur, Kartoffeln und einfache Fleischgerichte prägen den Speiseplan. In den Dörfern wird viel selbst produziert – von Joghurt und Käse über eingelegte Gemüse bis hin zu getrockneten Kräutern.

Wer Glück hat, wird zum Tee oder zu einem einfachen Hausgericht eingeladen. Auf Dorf- oder Wochenmärkten in der Region lassen sich saisonale Produkte wie Kartoffeln, Bohnen, Getreide und Honig finden, die den Geschmack der Bergregion widerspiegeln. Perfekt, um sich ein Stück Kıbrıscık mit nach Hause zu nehmen.

Natur & Outdoor

Die Natur ist der eigentliche Star der Region. Wälder ziehen sich wie ein Teppich über die Hänge, dazwischen liegen Lichtungen, auf denen Felder, Weiden und Dörfer erscheinen. Hochgelegene Yaylas wie etwa Belen, Karaköy, Kökez, Bölücekkaya oder Deveören sind typische Sommerorte, an denen Tiere grasen und Familien die Hitze der Städte hinter sich lassen.

Entlang der Straße Richtung Beypazarı liegen zudem landschaftliche Highlights wie der Karagöl – ein kleiner, tiefer See, der zwischen Bäumen versteckt ist und sich für Fotopausen und kurze Spaziergänge anbietet. Kleine Schluchten, Bachläufe und Waldwege machen Kıbrıscık zu einem Gebiet, in dem man leicht den eigenen Lieblingsplatz findet.

Feste & Veranstaltungen

Der Veranstaltungskalender ist hier nicht von Großevents geprägt, sondern von lokalen und religiösen Anlässen. Ramadan, Opferfest, Kandilabende und Dorffeste bringen die Menschen zusammen. In manchen Jahren werden in Dörfern oder im Zentrum kleine Kultur- oder Sporttage organisiert, oft mit Volkstänzen, Musik und gemeinsamem Essen.

Wer Kıbrıscık während solcher Tage besucht, erlebt die Region besonders intensiv: volle Teestuben, fröhliche Kinder, aufgeregte Vorbereitungen und Tische, auf denen lokale Spezialitäten stehen. Termine ändern sich von Jahr zu Jahr, daher lohnt sich vorab ein Blick auf lokale Informationsquellen.

Geschichte & Timeline

Die Region um Kıbrıscık war über Jahrhunderte ein Grenz- und Übergangsraum zwischen unterschiedlichen Reichen und Kulturen. Mit der Ausdehnung der Türken in Richtung Westen siedelten sich hier Oğuz-Stämme an, deren Spuren sich in Dorf- und Familiennamen widerspiegeln. Unter den Osmanen wurde das Gebiet Teil des ländlichen Hinterlandes von Bolu; die Hauptaufgabe der Dörfer lag in Landwirtschaft, Viehzucht und der Versorgung der Städte mit Produkten.

In der Republikzeit wurde Kıbrıscık als eigenständiger Landkreis organisiert. Wegen der schwierigen Erreichbarkeit und begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten setzte relativ früh eine Abwanderung in größere Städte ein. Heute lebt ein Teil der Menschen nur zeitweise im Landkreis – viele kehren im Sommer oder zu Feiertagen zurück, um Häuser und Felder zu pflegen und die Verbindung zur Heimat zu halten.

Diese Mischung aus Vergangenheit, Heimatgefühl und moderner Mobilität prägt Kıbrıscık bis heute: Der Landkreis ist klein, aber emotional oft sehr groß für diejenigen, die hier geboren wurden oder regelmäßig zurückkehren.

Hidden Gems in Kıbrıscık

Abseits der wenigen bekannten Punkte liegen in Kıbrıscık viele kleine „Schätze“, die man nur findet, wenn man sich treiben lässt. Ein Beispiel ist die alte Steinbrücke, die zwischen Dörfern wie Nadas und Deveci über einen Bach führt: eine schmale, ruhige Passage, an der früher Fußgänger ihren Weg nach Beypazarı nahmen und die heute fast vergessen wirkt.

Auch kleine Hochebenen in der Nähe von Karaköy, Yazıca oder Sarıkaya gehören zu diesen versteckten Orten: einfache Wiesen, vielleicht ein paar Obstbäume, ein alter Schuppen – aber bei Sonnenuntergang verwandeln sie sich in Bühnen mit weitem Blick, auf denen man nur Naturgeräusche hört. Wer Kontakt zu Einwohnern sucht und nach „ruhigen Ecken“ fragt, wird oft ganz persönliche Hinweise bekommen.

Legenden aus Kıbrıscık

Eine der Erzählungen handelt von einem Hirten, der auf den Hochlagen über Karaköy seine Herde weidete. Eines Abends soll er sich bei plötzlich einsetzendem Nebel verlaufen haben. Der Nebel wurde dichter, der Weg unkenntlich, und selbst die Glocken der Tiere waren kaum noch zu hören. In seiner Verzweiflung setzte er sich unter eine alte Tanne und wartete. Da hörte er – so erzählt man – ein fernes Rauschen wie von tausend Nadeln, und die Bäume begannen zu „flüstern“. Er folgte dem Geräusch, das ihn auf einen sicheren Pfad zurück ins Dorf führte. Seitdem heißt es, dass die Wälder von Kıbrıscık jene schützen, die mit ehrlicher Absicht unterwegs sind.

Eine andere Legende dreht sich um einen Bauern aus Alemdar, der in einer besonders harten Winterzeit nicht wusste, wie er seine Familie durchbringen sollte. In einer eisigen Nacht habe er im Traum eine Lichtspur gesehen, die ihn am nächsten Morgen in den Wald führte. Dort fand er eine kleine Quelle, die auch im Winter nicht zufror. Durch das Wasser und den späteren Bau eines einfachen Bewässerungssystems konnten seine Felder besser bestellt werden, und mit der Zeit half die Quelle dem ganzen Dorf. Daher wird in manchen Häusern bis heute vor dem Essen ein kurzer Dank für „das nie versiegende Wasser der Berge“ gesprochen – auch wenn niemand mehr genau weiß, welche Quelle ursprünglich gemeint war.

Sagen & mündliche Überlieferungen

In mehreren Dörfern wird von Lichtern erzählt, die an klaren Nächten über den Hängen von Kökez oder Bölücekkaya tanzen sollen. Ältere Dorfbewohner berichten, dass diese Lichter lange vor der Elektrizität gesehen wurden und daher nichts mit modernen Installationen zu tun hätten. Je nach Interpretation sind es die Seelen derjenigen, die in den Bergen verunglückt sind, oder die Hüter der Wälder, die darauf achten, dass niemand die Natur missachtet.

Eine andere Sage verbindet die Schluchten rund um Karagöl mit leisen Stimmen. Wenn man dort allein geht und inne hält, meint man manchmal, ein Murmeln zu hören. Die Bewohner sagen, dies sei das Echo alter Gebete von Reisenden, die vor Jahrhunderten auf dem Weg nach Zentralanatolien hier Rast gemacht hätten. Wer respektlos lärmend durch die Schluchten zieht, hört nichts; wer aber still ist, soll angeblich verstehen, dass jeder Reisende ein Stück seiner Geschichte in den Tälern von Kıbrıscık zurücklässt.

Klima & beste Reisezeit

Das Klima in Kıbrıscık ist bergig: Winter sind kalt, oft schneereich, und die Temperaturen können deutlich unter den Gefrierpunkt fallen. Dafür erlebt man stille, weiße Landschaften, klare Nächte und eine besondere Atmosphäre in den Dörfern. Wer Schnee mag, findet hier einen sehr ursprünglichen Winter.

Frühling und Herbst sind ideale Zeiten für Wanderungen, Fototouren und Fahrten durch die Wälder. Im Frühling explodiert das Grün, im Herbst färben sich die Hänge in Gelb- und Rottönen. Der Sommer ist meist angenehm, da die Höhenlage für kühlere Luft sorgt – ein Vorteil gegenüber heißen Städten im Landesinneren. Für die meisten Gäste sind Mai–Juni und September–Oktober die angenehmsten Monate.

Wandertouren & Naturpfade

Offiziell markierte Fernwanderwege sind in Kıbrıscık kaum zu finden, dafür aber zahlreiche Traktorspuren, Dorfwege und Pfade, die sich gut für individuelle Touren eignen. Beliebt sind Aufstiege von Dörfern wie Karaköy, Deveören oder Belen in Richtung Hochweiden. Wer ortsunkundig ist, sollte dabei auf Wetter und Tageslicht achten und möglichst mit jemandem aus dem Dorf sprechen.

Für sanfte Spaziergänge eignen sich Routen rund um das Zentrum und kurze Abstecher in nahe Wälder, bei denen man sich nie zu weit vom Ort entfernt. Wer sportlicher unterwegs ist, kann Höhenmeter sammeln und sich Aussichtspunkte über die Täler suchen – immer mit der gebotenen Vorsicht in einem echten Naturraum.

Barrierefreiheit / Komfort

Durch die Topografie ist Kıbrıscık nur eingeschränkt barrierefrei. Viele Wege sind steil, unbefestigt oder von Schlaglöchern durchzogen, und in den Dörfern gibt es oft Stufen, unebene Höfe und schmale Zugänge. Nur wenige Gebäude verfügen über Rampen oder auf Barrierefreiheit ausgelegte Sanitäranlagen.

Wer auf einen Rollstuhl oder andere Hilfsmittel angewiesen ist, sollte Besuche sorgfältig planen, Unterkünfte vorab anrufen und im Idealfall Begleitung organisieren. Im Gegenzug bietet die Region ruhige Umgebungen, wenig Verkehr und viele Orte, an denen man mit Blick in die Landschaft einfach sitzen und die Luft genießen kann.

Infos für Reisende mit Behinderung

Im Zentrum von Kıbrıscık gibt es grundlegende Gesundheits- und Verwaltungsstrukturen; für spezialisierte Behandlungen oder größere Kliniken muss man nach Bolu ausweichen. Reisende mit Behinderung sollten Unterkünfte direkt kontaktieren, um Zimmerlage, Stufen und Sanitärsituation zu klären.

Öffentlicher Nahverkehr innerhalb des Landkreises ist begrenzt und nicht systematisch barrierefrei. Eine individuelle Anreise mit PKW oder organisiertem Transfer ist daher die komfortabelste Lösung. Wichtig sind zudem wettergerechte Kleidung und ein großzügiger Zeitplan – so bleibt Raum für Pausen und spontane Planänderungen.

Fotospots

Für Fotografen ist Kıbrıscık ein Geheimtipp: Hochgelegene Dörfer, Wälder mit Nebelschleiern und weite Täler bieten starke Motive. Besonders lohnend sind:

  • Deveören und Umgebung: Offene Hänge mit Blick auf Wälder und Berge, ideal für Drohnen- und Panoramaaufnahmen.
  • Aussichten bei Alemdar: Dörfer, Felder und Waldgürtel im weichen Morgen- oder Abendlicht.
  • Bach- und Brückenabschnitte bei Nadas & Deveci: Kleine Schluchten, alte Übergänge und bewachsene Uferzonen.

Gesundheit & Notfall

Im Zentrum von Kıbrıscık stehen Basis-Gesundheitsdienste und Apotheken zur Verfügung. Für größere Eingriffe oder Diagnostik führt der Weg meist nach Bolu. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte diese in ausreichender Menge mitbringen, da nicht jede Sorte spontan verfügbar ist.

In Notfällen gilt in der ganzen Türkei die Rufnummer 112. Wegen der bergigen Lage kann die Anfahrt von Rettungsdiensten länger dauern; umso wichtiger sind umsichtiges Verhalten bei Wanderungen und Fahrten sowie die Information von Angehörigen über geplante Routen.

Shopping & Märkte

Shopping bedeutet in Kıbrıscık vor allem: kleine Läden, Dorfbäckerei, Minimarkt und gelegentliche Märkte. Hier kauft man Grundnahrungsmittel, frisches Brot, saisonales Obst und Gemüse sowie einfache Haushaltswaren. Große Einkaufszentren oder Boutiquen gibt es nicht, dafür ehrliche Produkte aus der Region.

Als Andenken eignen sich lokale Lebensmittel wie Honig, getrocknete Bohnen, Linsen oder Mehl aus der Region – alles Dinge, in denen die Landschaft geschmacklich weiterlebt. Wer Bauern direkt kennenlernt, kann oft unkompliziert ein paar Produkte mitnehmen.

Skurriles & Besonderheiten

Eine charmante Besonderheit: In manchen Videos und Geschichten aus Kıbrıscık wird erzählt, wie Dorfbewohner Drohnen nicht nur zum Filmen der Landschaft nutzen, sondern auch, um ihre Kühe am Abend spielerisch in Richtung Dorf zu lenken. Ob das nun Alltag oder eher eine liebevolle Anekdote ist – es passt zur Region, in der Moderne und Tradition auf überraschende Weise aufeinandertreffen.

Ebenso auffällig ist die sehr geringe Bevölkerungsdichte: viel Fläche, wenig Menschen. Wer das Gefühl liebt, „weit und breit niemanden“ zu haben, wird hier schnell merken, wie ungewohnt entspannend diese Leere sein kann.

Alle Sehenswürdigkeiten in Kıbrıscık (mit Kurzbeschreibung)

  • Kıbrıscık Zentrum: Kleiner Ortskern mit Rathaus, Moschee, Teestuben und dem alltäglichen Dorfleben.
  • Yayla-Dörfer (z. B. Belen, Karaköy, Kökez, Bölücekkaya, Deveören): Sommerliche Hochlagen mit Weiden, Vieh und weitem Blick.
  • Karagöl an der Kıbrıscık–Beypazarı-Straße: Kleiner, tiefer Bergsee in waldiger Umgebung, ideal für Fotostopps.
  • Wald- und Tallandschaften rund um Alemdar und Yazıca: Typische Motive für Drohnenflüge und Panoramaaufnahmen.
  • Alte Brücken und Bachläufe bei Nadas & Deveci: Ruhige Ecken mit viel Atmosphäre und Natur.

Alle Hidden Gems im Überblick

  • Versteckte Hochweiden über den Dörfern: Kleine Wiesen über den Baumgrenzen, die nur Einheimische auf Anhieb finden.
  • Alte Steinbrücken zwischen Dörfern: Unscheinbare Übergänge, die heute fast nur noch zu Fuß genutzt werden.
  • Spontane Aussichtspunkte an Forstwegen: Stellen, an denen sich plötzlich das Panorama über Täler und Wälder öffnet.

FAQ zu Kıbrıscık

Wie viel Zeit sollte ich für Kıbrıscık einplanen?
Für einen ersten Eindruck reichen ein Tag und eine Übernachtung. Wer mehrere Dörfer und Hochlagen erkunden möchte, sollte 2–3 Tage einplanen.

Kann ich Kıbrıscık ohne Auto besuchen?
Es gibt Verbindungen von Bolu, aber um Dörfer und Naturspots flexibel zu erreichen, ist ein eigenes Fahrzeug oder ein organisierter Transfer sehr empfehlenswert.

Ist Kıbrıscık sicher für Individualreisende?
Ja. Die Region ist ruhig, Kriminalität spielt im Alltag kaum eine Rolle. Wie immer gilt: Wertsachen nicht offen liegen lassen und auf abgelegenen Wegen vorsichtig sein.

Gibt es markierte Wanderwege?
Nur vereinzelt. Die meisten Routen sind Dorf- und Forstwege ohne Markierung. Wer längere Touren plant, sollte sich vor Ort nach Wegen erkundigen.

Hauptorte im Landkreis Kıbrıscık (mit Kurzbeschreibung)

  • Kıbrıscık (Zentrum): Verwaltungssitz mit Rathaus, Schule, Gesundheitsstation, kleinen Läden und Teestuben – Dreh- und Angelpunkt des Landkreises.
  • Karaköy: Eines der größeren Dörfer, bekannt für seine Lage nahe Hochweiden und weite Blickachsen in die Berglandschaft.
  • Alemdar: Dorf auf einer Anhöhe mit Feldern und Waldrändern; ideal für Panorama- und Drohnenaufnahmen.
  • Deveören: Streusiedlung in hügeliger Lage, umgeben von Wäldern und Weiden; gutes Basisdorf für Naturtouren.
  • Yazıca: Hoch gelegener Ort mit typischem Yayla-Charakter, Sommerfrische für Einheimische und Rückzugsort für Ruhesuchende.

Alle Orte und Mahalle in Kıbrıscık (mit Kurzbeschreibung)

  • Kıbrıscık Zentrum: Kompakter Ortskern mit Verwaltung, Grundversorgung, Schule und Teestuben.
  • Karadoğan Mahallesi: Stadtviertel mit Wohnhäusern und Behördengebäuden, direkt am Mittelpunkt des täglichen Lebens.
  • Köroğlu Mahallesi: Zweites Stadtviertel, das Hanglagen und Wohngebiete oberhalb des Zentrums umfasst.
  • Alanhimmetler Köyü: Ländliches Dorf mit Feldern und Wiesen, in dem vor allem Ackerbau und Viehzucht betrieben werden.
  • Alemdar Köyü: Auf einem Höhenrücken gelegenes Dorf mit weiten Blicken über Wälder und Täler – beliebt für Landschaftsaufnahmen.
  • Balı Köyü: Kleines Dorf mit Landwirtschaft und wenigen Häusern, umgeben von Feldern und Weideflächen.
  • Belen Köyü: Typischer Yayla-Ort auf einer Anhöhe, Sommerweiden und frische Luft prägen den Charakter.
  • Borucak Köyü: Ruhige Streusiedlung mit überschaubarer Einwohnerzahl und traditionellem Dorfleben.
  • Bölücekkaya Köyü: An Hängen und Waldrändern gelegenes Dorf, dessen Flurname auf Fels- und Hanglagen hinweist.
  • Çökeler Köyü: Dörfliche Strukturen zwischen Wald und Feldern, ideal für Spaziergänge abseits der Hauptstraßen.
  • Deveci Köyü: Kleines Dorf zwischen Tälern und Hängen, bekannt für seine ruhige Lage und landwirtschaftlichen Alltag.
  • Deveören Köyü: Dörfliches Zentrum in hügeliger Lage, umgeben von Weiden und Wald – guter Ausgangspunkt für Naturtouren.
  • Dokumacılar Köyü: Dorf, dessen Name an alte Handwerkstraditionen erinnert; heute ein stiller Wohn- und Landwirtschaftsort.
  • Geriş Köyü: Locker bebautes Dorf mit Blick auf Täler und Berghänge, geprägt von Viehhaltung und Feldbau.
  • Karacaören Köyü: Zwischen Feldern und Wäldern liegendes Dorf mit klassischer anatolischer Dorfstruktur.
  • Karaköy Köyü: Eines der größeren Dörfer des Landkreises, mit Feldern, Weiden und Zugang zu hoch gelegenen Sommerplätzen.
  • Kılkara Köyü: Kleine Siedlung in bewegtem Gelände, in der Landwirtschaft und Tierhaltung den Alltag bestimmen.
  • Kızılcaören Köyü: Dorf in einer Landschaft mit rötlichen Böden und Feldern, die dem Namen alle Ehre machen.
  • Kökez Köyü: Auf einer Anhöhe gelegenes Dorf mit traditionellen Häusern und weitem Landschaftsblick.
  • Köseler Köyü: Ruhige Streusiedlung, in der wenige Familien auf großer Fläche leben und die Nähe zum Wald prägt.
  • Kuzca Köyü: Ländliches Dorf mit Wiesen, Feldern und einer Handvoll Häuser – ideal für absolute Ruhe.
  • Nadas Köyü: Dorf, dessen Name auf unbestellte Flächen verweist; von landwirtschaftlich genutzten Hängen umgeben.
  • Sarıkaya Köyü: Ort in der Nähe charakteristischer Fels- und Hangformationen; klassischer Bergdorf-Charakter.
  • Taşlık Köyü: Auf steinigem, leicht rauem Untergrund gelegenes Dorf, in dem viel Handarbeit in Feld und Hof nötig ist.
  • Yazıca Köyü: Hoch gelegener Ort mit Sommerfrische-Charakter, von dem aus man die umliegenden Berge gut sehen kann.
Kurzprofil Kıbrıscık

Provinz: Bolu

Typ: Berglandkreis mit sehr geringer Bevölkerungsdichte

Schwerpunkt: Wälder, Hochlagen, ruhige Dörfer

Lage & Anreise

Im Süden der Provinz Bolu, zwischen Bolu und Beypazarı (Ankara) gelegen.

Anfahrt über kurvige Bergstraßen; im Winter sind Winterreifen und Vorsicht empfehlenswert.

Tipp für Reisende

Plane mindestens eine Übernachtung ein, um einen Abend in völliger Stille und einen klaren Sternenhimmel zu erleben.

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