In einem wenig beachteten Teil von Ephesos befindet sich ein antikes Rundgrab, das als das Grab der Arsinoë IV. gilt – der Schwester der berühmten Kleopatra. Die historische Identifizierung ist umstritten, doch archäologische Funde und DNA-Analysen haben diesen Ort ins Zentrum der Forschung gerückt.
Arsinoë IV. war die jüngere Schwester von Kleopatra VII. und geriet im Machtkampf mit Julius Cäsar zwischen die Fronten. Nach ihrer Gefangennahme wurde sie nach Ephesos verbannt – und dort vermutlich im Alter von etwa 17 Jahren ermordet. Ihr Leben steht exemplarisch für das politische Ränkespiel der Antike.
Das Rundgrab ist oktogonal, liegt unweit des Artemision und weist architektonische Merkmale auf, die mit Arsinoë in Verbindung gebracht wurden. Der österreichische Archäologe Hilke Thür sorgte 1990er-Jahre mit seiner These weltweit für Aufsehen. Auch wenn der endgültige Beweis fehlt, spürt man hier eine starke Aura.
Das Grab liegt südwestlich des Artemision, etwas versteckt im Grün. Es ist nicht Teil der klassischen Ephesos-Tour, aber öffentlich zugänglich. Wer Stille und historische Tiefe sucht, wird hier fündig – an einem Ort, wo Geschichte, Mythos und Erinnerung verschmelzen.