Die beiden deutschsprachigen TurkeyRegional-Songs führen mitten auf die Kuretenstraße von Ephesos. Im Mittelpunkt steht das Nymphaeum Traiani – der monumentale Trajansbrunnen, an dem Wassertechnik, Architektur, Stadtleben und kaiserliche Repräsentation vor fast zweitausend Jahren zusammentrafen.
Aus einem heute stillen Ruinenbau entsteht musikalisch wieder ein belebter Ort: Wasser erreicht Ephesos über eine kilometerlange Leitung, Menschen schöpfen es an der Straße und über dem Brunnenbecken erhebt sich die Statue Kaiser Trajans.
Songversion 1 – 5:17
Songversion 2 – 4:48
Das Nymphaeum Traiani, im Deutschen meist Trajansbrunnen genannt, ist eine monumentale römische Brunnenanlage an der Kuretenstraße im Zentrum des antiken Ephesos bei Selçuk.
Der Bau war weit mehr als ein dekorativer Brunnen. Er bildete den monumentalen Endpunkt einer langen Wasserleitung, versorgte Bewohner mit Wasser und verband technische Infrastruktur mit aufwendiger Architektur, Skulpturen und öffentlicher Selbstdarstellung.
Tiberius Claudius Aristion und seine Frau Iulia Lydia Laterane stifteten Brunnen und Wasserleitung. Die erhaltene Inschrift ermöglicht eine Datierung zwischen 102 und 114 n. Chr.. Gewidmet war die Anlage der ephesischen Artemis, Kaiser Trajan und der Stadt.
Für Besucher gehört der Trajansbrunnen zu den Monumenten, an denen sich besonders gut verstehen lässt, wie Wasser, Stadtplanung, gesellschaftliches Prestige und Kaiserbild im römischen Ephesos zusammenspielten.
Kuretenstraße
Die Monumentachse, an der der Brunnen liegt.
Hadrianstempel
Eines der bekanntesten Monumente derselben Straße.
Hanghäuser
Luxuriöse römische Wohnhäuser mit Mosaiken und Fresken.
Celsusbibliothek
Weiter bergab eines der berühmtesten Bauwerke von Ephesos.
Viele Besucher laufen auf der Kuretenstraße mit Blick auf Hadrianstempel, Hanghäuser und Celsusbibliothek am Nymphaeum Traiani vorbei. Dabei erzählt kaum ein anderes Monument so anschaulich, wie eng technische Versorgung und gesellschaftliche Repräsentation in einer römischen Großstadt verbunden waren.
Eine kilometerlange Leitung brachte Wasser nach Ephesos. Am Endpunkt entstand kein nüchterner Zweckbau, sondern eine zweigeschossige Marmorfassade mit Statuenprogramm und einer monumentalen Kaiserfigur über dem Wassereinlauf.
Wer das Hauptbecken, das Schöpfbecken, die zentrale Nische und anschließend die gesamte Kuretenstraße betrachtet, sieht deshalb nicht nur Ruinen – sondern ein Stück funktionierenden römischen Stadtalltags.