Version 1 – Hauptsong für Savur (5:05 Min.)
Version 2 – Alternative Stimmung für Abendlicht (5:02 Min.)
Wenn der Morgen über Savur leise wach wird und das erste Licht die Steinhäuser am Hang trifft, beginnt der Song genau dort: in den Gassen, wo nach frischem Brot duftet und die Aussicht sich wie ein Balkon über Mesopotamien öffnet.
Im Refrain trägt der Name Savur weit über das Tal, während im Hintergrund die Erinnerung an Dereiçi, Sürgücü, Yeşilalan und die kleinen Dörfer mitschwingt – und natürlich der Gruß an „Türkei regional Punkt com“, der alles miteinander verbindet.
Tipp: Spiel den Song an, bevor du losgehst – die Stimmung passt perfekt zum ersten Blick auf Savur und die Hügel von Tur Abdin.
Charakter von Savur: Hügellandschaft, alte Steinhäuser, multikulturelle Dorfwelt und stille Täler, die sich nach Mesopotamien öffnen.
Hügelland Obstgärten & Weinreben Multireligiöses Erbe Panoramastraßen
Savur wirkt wie ein kleines, ruhig gebliebenes Mardin: steinerne Häuser am Hang, ein markanter Burghügel, Assyrer-Dörfer wie Dereiçi und kurdisch-arabische Ortschaften, die noch viel von ihrem ursprünglichen Rhythmus bewahrt haben.
Wer von Mardin aus die kurvenreiche Straße nach Osten nimmt, merkt schnell, warum Savur für viele wie ein kleines Mardin wirkt. Der Landkreis breitet sich auf rund 960 Quadratkilometern über die Hänge des Tur-Abdin-Gebirgszugs aus, die Häuser der Kreisstadt kleben förmlich am Berghang. Unten im Tal ziehen sich Felder, Weinberge und Obstgärten wie ein grüner Teppich durch die Landschaft, während sich jenseits der Hügel die Ebene von Mesopotamien andeutet.
Mit knapp 25.000 Einwohnern verteilt sich Savur auf 41 Mahalle und Dörfer – darunter bekannte Namen wie Dereiçi (Killit), Sürgücü, Pınardere, Yeşilalan, Başkavak oder Gölbaşı. Arabische, kurdische und assyrische Familien leben hier oft schon seit Generationen Tür an Tür, was man an Sprachen, Küchen und Festen spürt. Die Region gehört historisch zum Tur Abdin, einer alten Klosterlandschaft, in der bis heute Kirchen, Klosterreste und christliche Friedhöfe zwischen Olivenbäumen auftauchen.
Geografisch ist Savur ein Landkreis der mittleren Höhenlagen: die Dörfer liegen oft zwischen 900 und 1.200 Metern. Die Sommer sind warm und trocken, die Abende dafür angenehm, und im Frühling verwandeln Mandelblüten und wilde Blumen die Hänge in ein pastellfarbenes Band. Weil die neue Schnellstraße Savur etwas umgeht, ist der Landkreis touristisch noch erstaunlich ruhig geblieben – ein Glücksfall für alle, die Authentizität und Langsamkeit suchen.
Für Reisende ist Savur ein idealer Ausgangspunkt, um sowohl die Hügelwelt von Tur Abdin als auch die Ebene rund um Mardin kennenzulernen. Man kann in einer kleinen Pension in der Altstadt wohnen, morgens auf die Dächer steigen, den ersten Tee mit Blick über das Tal trinken und sich anschließend auf Tagesausflüge in die umliegenden Dörfer oder zu den Steinruinen der Burgen und Klöster aufmachen.
In Savur prallen keine Gegensätze aufeinander, sondern verweben sich sanft: arabische Familien auf den Terrassen, kurdische Dörfer in den Seitentälern, assyrische Spuren in Orten wie Dereiçi. In vielen Häusern hängen noch alte Familienfotos, auf denen man Trachten, Priester und Dorfälteste vergangener Jahrzehnte erkennt. Beim Tee erzählen die Älteren von Geschichten aus dem Tur Abdin, von Erntefesten, Hochzeiten mit mehrtägigen Feiern und langen Abenden, an denen man auf den Dächern saß und Volkslieder sang.
Typisch für Savur sind die Steinhäuser mit ihren großen Terrassen, auf denen das Leben im Sommer nach außen verlegt wird. Hier werden Gemüse getrocknet, Trauben ausgebreitet, Kinder spielen, während in der Ferne der Ruf des Muezzin und gelegentlich Glocken aus den Kirchen der umliegenden Dörfer zu hören sind. In manchen Orten, etwa in Dereiçi, sind drei Konfessionen und mehrere Klöster auf engstem Raum präsent – ein eindrucksvolles Sinnbild der religiösen Vielfalt der Region.
Viele traditionelle Handwerksberufe sind noch in Ansätzen spürbar: einfache Schmieden, kleine Werkstätten für Holzarbeiten, Frauen, die zu Hause Brot backen oder Bulgur und Gewürzmischungen vorbereiten. Wer Glück hat, wird zu einem Familienessen eingeladen und erlebt, wie sehr Gastfreundschaft hier noch als selbstverständlich gilt: Der Gast isst zuerst, und Geschichten werden großzügig geteilt.
Der größte Reiz von Savur liegt im langsamen Entdecken: Du kannst durch die Altstadtgassen streifen, immer wieder neue Treppen, Durchgänge und kleine Plätze finden und zwischendurch auf einem Dach anhalten, um den Blick über das Tal schweifen zu lassen. Die Burg über der Stadt ist ein wichtiger Aussichtspunkt, und schon der Weg hinauf vermittelt ein Gefühl für die Topografie der Region.
Abseits der Kreisstadt bieten sich kleine Ausflüge in die Dörfer an. Dereiçi beeindruckt mit seinen Steinhäusern und Kirchen, Sürgücü, Pınardere und Yeşilalan sind typische Siedlungen in den Hügeln mit einer Mischung aus Feldern, Obstbäumen und schmalen Straßen. Wer gerne fotografiert, wird an jeder Kurve fündig: Esel, die Wasserkanister tragen, Kinder auf den Dorfplätzen, kleine Moscheen und Kirchen, die direkt aus dem Fels zu wachsen scheinen.
Im Sommer bietet sich der Bereich rund um den Savur-Bach als Frischluft-Ziel an; an manchen Stellen haben sich einfache Lokale und Picknickflächen etabliert. Außerdem lohnt es sich, bei längeren Aufenthalten einen Abstecher in Richtung Midyat oder in andere Teile des Tur Abdin zu planen – Savur ist ideal, um einen Mardin-Aufenthalt mit Dorfleben zu kombinieren.
Ideal ist ein eigener Wagen oder ein organisierter Transfer, denn viele Dörfer sind nur über schmale, kurvige Straßen erreichbar. Plane genug Zeit ein – Savur ist kein Ort für Hektik, sondern für langsames Reisen.
Savur ist bislang kaum vom Massentourismus berührt – ein großer Vorteil, der aber auch Verantwortung mit sich bringt. Viele Dörfer haben nur begrenzte Ressourcen, Wasser ist kostbar, und Familien leben oft direkt von ihren Feldern, Reben und Obstbäumen. Wer hier reist, sollte bewusst konsumieren: lokales Essen, kleine Pensionen, faire Preise und respektvolle Fotografie.
Gerade in Orten wie Dereiçi, wo die Bevölkerung stark abgewandert ist und Kirchen sowie Klosterreste empfindlich sind, lohnt es sich, Wege zu respektieren, keine Mauern zu erklimmen und keine Steine als Souvenir mitzunehmen. Wenn du Produkte direkt bei Familien kaufst – Trauben, Pekmez, Nüsse, hausgemachte Spezialitäten –, hilfst du, die dörfliche Struktur zu stützen.
Ein weiterer nachhaltiger Ansatz ist die Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Dolmuş-Verbindungen sind zwar begrenzt, aber vor allem zwischen Mardin und Savur verfügbar. Wer ein Auto mietet, kann Mitfahrgelegenheiten anbieten oder Fahrten mit Freunden und Familie teilen, um die Zahl der Fahrzeuge auf den kleinen Straßen gering zu halten.
Weniger geeignet ist Savur für einen klassischen All-Inclusive-Urlaub: Hier gibt es keine großen Resorts, sondern kleine Gästehäuser, einfache Restaurants und dörflichen Alltag – genau das macht den Reiz aus.
Die Küche in Savur spiegelt die Mischung der Ethnien wider: arabisch geprägte Gerichte mit viel Gemüse und Hülsenfrüchten, kurdische Variationen mit Bulgur und Fleisch, dazu Einflüsse aus den assyrischen Dörfern. Auf den Tischen stehen häufig gefülltes Gemüse, Lammgerichte aus dem Ofen, Jogurtsuppen und herzhafte Bulgur-Pilaws mit Kräutern.
Besonders bekannt ist die Region für ihre Trauben und Gärten. In vielen Haushalten wird aus den Trauben ein dicker, dunkler Sirup hergestellt – eine Art Pekmez, der zum Frühstück mit Tahin oder über Joghurt gegessen wird. Ein einfaches Rezept, das du mit nach Hause nehmen kannst:
Hausgemachter Traubensirup aus Savur (vereinfacht): Reife Trauben gründlich waschen, zerdrücken und den Saft durch ein Tuch filtern. Den Saft mit etwas feinem Tonerde-Pulver oder alternativ mit einem Spritzer Zitronensaft klären, dann langsam einkochen, bis eine sirupartige Konsistenz entsteht. Abkühlen lassen und in saubere Flaschen füllen – fertig ist ein süßer Begleiter für Frühstück, Desserts oder als kleine Erinnerung an Savur.
In den Dörfern werden außerdem Brot aus dem Tandır, gefüllte Teigfladen, Nuss- und Sesamgebäck sowie einfache Eintöpfe serviert. Frage ruhig nach „ev yemeği“ – Hausessen –, wenn du authentische Küche probieren möchtest.
Savur liegt in einer Übergangszone zwischen Hochebene und Tiefland. Die Hänge sind gespickt mit Olivenbäumen, Weinreben, Feigen, Mandelbäumen und kleinen Feldern. Im Frühling leuchten die Hänge grün, im Sommer dominieren erdige Töne, während die Obstbäume und Weinpflanzungen in den Dörfern Farbtupfer setzen.
Für Outdoor-Fans bieten sich zahlreiche kleine Wege an, die von den Dörfern in die Seitentäler führen. Viele dieser Pfade sind traditionelle Verbindungswege zwischen Feldern, Quellen und Weideflächen. Besonders schön sind die Bereiche rund um Savur-Bach und um Dörfer wie Yeşilalan oder Bağyaka, wo Obstgärten und Felder ineinander übergehen.
Da viele Wege nicht markiert sind, empfiehlt sich eine Kombination aus Karten-App und lokaler Hilfe. Frag einfach in den Dörfern nach einer kurzen Route – oft zeigt dir jemand bereitwillig den schönsten Pfad zum nächsten Aussichtspunkt oder zur nächsten Quelle.
In Savur orientieren sich viele Feste am landwirtschaftlichen Kalender. Besonders im Spätsommer, wenn die Trauben reif sind, herrscht in den Gärten und Dörfern reger Betrieb: Familien lesen die Reben, pressen Saft und bereiten Sirup und Trockenfrüchte vor. Oft wird dabei musiziert, getanzt und gemeinsam gegessen – eine Art informelles Erntefest.
Religiöse Feiertage werden in den Dörfern sehr bewusst begangen – sowohl islamische als auch christliche Feste. Dann kehren häufig Angehörige, die in größeren Städten oder im Ausland leben, für einige Tage zurück. Wer rund um diese Zeiten anreist, sollte Unterkünfte früh buchen und damit rechnen, dass Busse und Straßen etwas voller sind. Die Stimmung ist dafür umso intensiver.
Offizielle Kulturveranstaltungen, Konzerte oder Stadtfeste finden eher in der Provinzhauptstadt Mardin statt. Savur eignet sich hervorragend, um tagsüber Ruhe zu genießen und für größere Events eine Tages- oder Abendtour nach Mardin einzuplanen.
Die Geschichte von Savur ist eng mit der Burg über der Stadt verbunden. Funde und Überlieferungen deuten darauf hin, dass der Burghügel seit Jahrtausenden besiedelt ist. Spätestens in der Antike war das Gebiet ein wichtiger Übergang zwischen Mesopotamien und den nördlichen Hochebenen. Später wurde Savur Teil byzantinischer, dann sasanidischer und erneut byzantinischer Machtbereiche, bevor verschiedene islamische Dynastien die Region prägten.
Die Burg, die heute gerne als „Halskette von Mardin“ bezeichnet wird, wurde in jüngerer Zeit beleuchtet und teilweise restauriert. Sie bewacht die Hanglage der Stadt und bot über Jahrhunderte Schutz und Kontrolle über die umliegenden Täler. Unterhalb der Burg entwickelten sich die Steinhäuser, Gassen und Terrassen, die Savur heute seinen charakteristischen Silhouetten-Look verleihen.
Im Umland entstanden christliche Dörfer mit Kirchen und Klöstern, muslimische Dörfer mit Moscheen und Medresen sowie Mischsiedlungen, in denen verschiedene Gruppen zusammenlebten. Der 20. Jahrhundert brachte Bevölkerungsverschiebungen und Abwanderungen, doch Savur blieb ein Ort, an dem sich viele Schichten der Geschichte noch deutlich ablesen lassen – nicht als Museumsstadt, sondern als lebender Alltag.
Eine der Legenden erzählt, dass die Burg von Savur einst ein leuchtendes Band aus Fackeln trug, wenn sich Reisende den Hügeln näherten. Händler und Karawanen aus Mesopotamien sollen den Schein schon aus großer Entfernung gesehen haben, als wäre die Stadt eine leuchtende Kette am Hals der Berge. Bis heute nennen manche Ältere die Burg deshalb den „Lichtkranz von Savur“.
In Dereiçi berichten einige Familien von einer alten Geschichte über einen Mönch, der nachts mit einer Laterne die Felder entlangging und jede Quelle segnete, damit sie nie versiegelt werde. Wer heute in der Dunkelheit zwischen den Terrassen steht, hört angeblich manchmal ein leises Klingen – für manche ist es einfach der Wind, für andere das Echo der Schritte dieses Mönchs.
Auch die steilen Treppen der Altstadt haben ihre eigenen Erzählungen: Junge Menschen, die sich früher heimlich auf den Dächern trafen, sollen sich versprochen haben, einander nur dann zu vergessen, wenn der Klang einer bestimmten Dorfkirche und einer bestimmten Moschee gleichzeitig verstummt – ein Versprechen, das in einer Region, in der Glocken und Rufe regelmäßig erklingen, kaum einzulösen ist.
In einigen Dörfern rund um Savur kursiert eine Sage über einen Hirten, der angeblich jede Schlucht und jeden Pfad kannte. Man sagt, er sei einst einem verlorenen Kind gefolgt, das dem Licht eines Sterns hinterherlief. Die ganze Nacht begleitete er das Kind über Felsen, Felder und kleine Brücken, bis sie bei Morgengrauen auf einer Anhöhe standen, von der man die gesamte Landschaft überblicken konnte. Heute nennt man jeden Aussichtspunkt, an dem man das Gefühl hat, die ganze Gegend zu sehen, scherzhaft „Hirtenplatz“.
Eine andere Erzählung knüpft an die Traubengärten an: Eine alte Frau soll einst Jahr für Jahr perfekten Sirup produziert haben. Die Leute fragten sie nach ihrem Geheimnis, doch sie schwieg. Erst kurz vor ihrem Tod soll sie verraten haben, dass es nicht um die Menge des Zuckers oder die Kochzeit gehe, sondern darum, beim Rühren jedes Mal an etwas zu denken, das man liebt. Wer heute Pekmez in Savur probiert, wird manchmal mit einem Augenzwinkern gefragt, an wen er beim ersten Löffel denkt.
Solche Sagen sind nicht in Büchern festgehalten, sondern leben in den Gesprächen der Menschen weiter. Wenn du in Savur mit offenen Ohren reist, bekommst du vielleicht deine ganz persönliche Version dieser Geschichten zu hören.
Savur liegt in Südostanatolien und teilt sich das Klima mit Mardin: Sommer sind warm bis heiß und trocken, die Luft ist klar, und die Abende in den Hügeln bleiben dennoch angenehm. Im Winter kann es kühl werden, gelegentlich fällt sogar etwas Schnee, aber meist bleibt es trockener als in anderen Regionen der Türkei.
Frühling (März–Mai): Die beste Zeit für Wanderungen und Dorfspaziergänge. Hänge und Felder sind grün, Obstbäume blühen, und die Temperaturen sind ideal für Outdoor-Aktivitäten.
Sommer (Juni–September): Warm bis heiß, vor allem mittags. Perfekt, wenn du gemütliche Abende auf Dachterrassen und in Gärten suchst. Plane Ruhepausen in der Mittagszeit ein.
Herbst (Oktober–November): Mild, mit klaren Farben und Erntezeit in den Gärten – eine schöne Option für Genießer und Fotografen.
Winter (Dezember–Februar): Ruhig und eher kühl, mit weniger Angeboten in den Dörfern. Wer Einsamkeit und klare Luft sucht, findet hier eine sehr stille Version von Savur.
Markierte Wanderwege sind in Savur noch selten, dafür gibt es viele traditionelle Pfade, die sich hervorragend für kurze bis mittlere Touren eignen. Besonders reizvoll ist eine Route, die vom Zentrum der Kreisstadt über kleine Treppen und Gassen Richtung Burg führt und weiter zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Häuser. Von dort kannst du auf einem Feldweg durch Gärten und Terrassen hinunter in Richtung Tal wandern.
Eine zweite schöne Strecke verbindet Savur mit einem der umliegenden Dörfer, etwa Kayatepe oder Gölbaşı. Je nach Kondition kannst du einen Teil der Strecke fahren und dann auf einem Abschnitt zu Fuß weitergehen. Wichtig: gutes Schuhwerk, ausreichend Wasser und Sonnen- bzw. Windschutz, denn schattige Abschnitte wechseln sich mit offenem Gelände ab.
Wenn du lange Touren planst, sprich am besten mit Einheimischen über die Route, bevor du losgehst. Sie kennen die aktuellen Bedingungen der Wege, saisonale Besonderheiten und können dir sagen, welche Pfade gerade besonders schön sind.
Die historische Hanglage von Savur ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine Herausforderung: Viele Gassen sind schmal, gepflastert und von Treppen durchzogen. Der Zugang zu Aussichtspunkten und älteren Häusern erfolgt häufig über Stufen.
Gleichzeitig gibt es Straßen, die bis dicht an einige Häuserzeilen und Plätze heranführen. Wer auf ebenerdige Wege angewiesen ist, sollte bei der Wahl der Unterkunft gezielt nach Zimmern auf Straßenniveau und möglichst wenigen Stufen fragen. Für Ausflüge in die Dörfer empfiehlt sich ein Fahrzeug, mit dem man nahe an Moscheen, Kirchen oder Dorfplätze heranfahren kann.
Viele Gastgebende sind bemüht zu helfen – etwa beim Tragen von Gepäck oder beim Organisieren kurzer Fahrten. Komfort entsteht hier weniger durch perfekte Infrastruktur, sondern durch menschliche Unterstützung.
Wer mit Rollstuhl oder anderen Hilfsmitteln unterwegs ist, sollte Savur idealerweise als Ausflugsziel von einer besser erschlossenen Basis wie Mardin-Stadt aus planen. Dort gibt es mehr Unterkünfte mit Aufzug, breiteren Fluren und ebenerdigen Zugängen.
Für einen Tagesausflug nach Savur empfiehlt sich ein Taxi oder ein privater Transfer, der dich direkt an einem gut erreichbaren Punkt der Altstadt absetzt. Von dort aus kannst du einen begrenzten, aber stimmungsvollen Bereich erkunden, Fotos machen und in einem Café oder Restaurant einkehren.
Beschilderte barrierefreie WCs und offizielle Einrichtungen sind in Savur selten. Im Zweifel lohnt es sich, größere Pausen in Mardin einzuplanen und Savur als landschaftlich-kulturellen Höhepunkt innerhalb eines flexiblen Tagesprogramms zu sehen.
Bitte denke daran, Menschen nur mit Zustimmung zu fotografieren – ein kurzer Gruß und ein Lächeln öffnen in Savur viele Türen.
In Savur gibt es grundlegende medizinische Versorgung und Apotheken, die gängige Medikamente führen. Für größere Eingriffe oder spezialisierte Behandlungen solltest du jedoch mit einem Transfer nach Mardin rechnen, wo mehrere Krankenhäuser zur Verfügung stehen.
Die landesweite Notrufnummer für medizinische Hilfe lautet 112. Speichere sie am besten im Handy ab. In ländlichen Gebieten kann die Verständigung auf Englisch eingeschränkt sein; einfache Wörter auf Türkisch oder Arabisch sowie eine Übersetzungs-App sind hilfreich.
Wie überall in der Region gilt: ausreichend trinken, Sonnenschutz nutzen und bei Wanderungen nicht ohne Wasser und Kopfbedeckung loslaufen. Die Luft ist trocken, und die Hänge können anstrengender sein, als sie auf den ersten Blick wirken.
In Savur dominieren kleine Läden, Bäckereien und einfache Lebensmittelläden. Ein klassischer Basar wie in größeren Städten existiert in reduzierter Form: Es gibt Markt- und Wochentage, an denen frisches Obst, Gemüse, Käse und Haushaltswaren verkauft werden.
Als Mitbringsel eignen sich besonders lokale Produkte wie Traubensirup, getrocknete Früchte, Nüsse, Gewürzmischungen oder handgemachte Textilien. Frage ruhig nach Produkten aus den Dörfern – oft wird dir genau erklärt, aus welchem Garten oder welcher Familie sie stammen.
Hinweis: Freundliches Ansprechen von Ladenbesitzern und Restaurantmitarbeitern ist normal und Teil der Gastfreundschaft. Wenn jemand jedoch sehr aufdringlich oder drängend wird, ist das in der Regel ein Zeichen für eine touristische Falle. In solchen Fällen kannst du einfach höflich ablehnen, dich bedanken und weitergehen.
Eine kleine Besonderheit von Savur ist, dass die Häuser von manchen Blickwinkeln aus aussehen, als wären sie übereinander gestapelte Würfel – ein optischer Effekt, der durch die Hanglage und die Terrassen entsteht. Viele Besucher fühlen sich an alte Stadtansichten aus Märchenbüchern erinnert.
In einigen Dörfern erzählen Menschen, dass weit entfernte Familienmitglieder in Europa beim Anblick bestimmter Filme oder Fotos sofort an Savur denken – etwa wenn die Steinhäuser von Dereiçi in Dokumentationen oder Spielfilmen auftauchen. So spannt Savur ganz nebenbei unsichtbare Fäden zwischen der Region und der Welt.
Und noch etwas: Wenn du am Abend auf den Dachterrassen sitzt und plötzlich Musik aus mehreren Richtungen hörst, könnte es sein, dass gerade gleichzeitig eine Hochzeit, ein Familienfest und ein stiller Abend mit Radio stattfinden – Savur bringt verschiedene Klangwelten erstaunlich harmonisch zusammen.
Savur gilt aktuell als ruhiger Landkreis. Wie überall empfiehlt es sich, aktuelle Hinweise zu prüfen und grundlegende Vorsicht walten zu lassen, vor allem bei Nachtfahrten und in sehr abgelegenen Bereichen.
Von Mardin aus erreichst du Savur mit dem Auto in rund einer Stunde. Es gibt zudem Dolmuş-Verbindungen, die jedoch nicht immer regelmäßig fahren. Ein Mietwagen oder privater Transfer bietet die größte Flexibilität.
Für einen ersten Eindruck genügt ein Tagesausflug, aber wer Altstadt, Burg, Dereiçi und einige Dörfer wirklich genießen möchte, sollte mindestens zwei Nächte bleiben.
Ja, Savur liegt zwischen Mardin und Midyat in einer guten Ausgangslage. Viele Reisende kombinieren die drei Orte in einer mehrtägigen Rundreise durch den Tur Abdin.
In Savur entstehen nach und nach kleine Pensionen, Gästehäuser und Familienunterkünfte. Die Auswahl ist kleiner als in Mardin, dafür ist die Atmosphäre persönlicher und ruhiger.
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