Version 1 (6:44) – epischer, moderner Schlager über das goldene Plateau von Altınyayla mit viel Fernweh und weiter Hochebenen-Stimmung.
Version 2 (5:54) – etwas kompaktere Radio-Version, ideal für die Anfahrt nach Altınyayla über die weiten Straßen Zentralanatoliens.
„Die Felder schimmern wie aus Gold im letzten Sonnenstrahl,
ein Hirte pfeift ein altes Lied, ganz leise, ohne Zahl.
Ein Dorfplatz, Kinderlachen, Tee in kleinen Gläsern klar,
hier merkst du gleich, dass jede Seele ein Stückchen Heimat war.“
Der komplette Song erzählt von Ankunft, Abendlicht und dem besonderen Rhythmus eines Landkreises, der seinen Namen wirklich verdient: Altınyayla – goldenes Plateau in der Mitte der Türkei.
Tipp: Spiel den Song an, bevor du losgehst – die Stimmung passt perfekt zum ersten Blick auf die weiten Felder und Dörfer rund um Altınyayla.
Charakter von Altınyayla (Sivas): Weite, ruhige Hochebene mit golden schimmernden Feldern, kleinen Dörfern und einem ganz eigenen, entschleunigten Rhythmus.
Hochebene & weite Horizonte Ländliches Leben & Landwirtschaft Hethitische Spuren & Osmanische Geschichte Sonnenuntergänge über Sonnenblumenfeldern
Altınyayla ist der Ort für alle, die Zentralanatolien nicht nur „durchfahren“, sondern zwischen Feldern, Dorfplätzen und alten Geschichten wirklich erleben wollen.
Altınyayla trägt seinen Namen zu Recht: Das „goldene Plateau“ liegt wie eine sanft gewellte Bühne in der Mitte der Provinz Sivas. Die Straße zieht über Hügel, dann öffnet sich plötzlich die Landschaft – Felder, Weiden und kleine Dörfer liegen weit auseinander, darüber ein großer Himmel, der tagsüber klar und nachts voll mit Sternen ist. Wer hier ankommt, merkt schnell: Das Leben läuft ein paar Takte langsamer als in der Stadt.
Zwischen den beiden Gemeinden Altınyayla und Deliilyas sowie den umliegenden Dörfern prägen Landwirtschaft und Viehzucht den Alltag. Traktoren auf den Feldwegen, getrocknete Sonnenblumenkerne auf großen Flächen, Heuballen am Straßenrand – vieles erinnert an Bilderbücher über das Landleben, nur eben mitten in Zentralanatolien. In den kleinen Lebensmittelgeschäften kennt man sich, auf dem Dorfplatz bleibt Zeit für einen kurzen Plausch, und Besucher werden mit einem herzlichen „Hoş geldiniz“ begrüßt.
Altınyayla ist zugleich ländlich und geschichtsträchtig. In der Umgebung wurden Spuren der Hethiter entdeckt; die berühmte Stele von Altınyayla, heute im Museum von Sivas, erzählt davon, dass hier schon vor vielen Jahrhunderten Menschen lebten, beteten und ihre Götter verehrten. Später hinterließen Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen ihre Spuren. Heute wirkt vieles still und unspektakulär – doch wer genauer hinschaut, erkennt in den Moscheen, den Friedhöfen und den alten Steinen eine erstaunliche Tiefe.
Geografisch liegt der Landkreis auf rund 1.400–1.500 Metern Höhe, was sich im Klima deutlich bemerkbar macht: Sommer sind sonnig und meist trocken, aber die Luft bleibt durch die Höhe angenehm; abends wird es schnell frisch. Im Winter hingegen kann es richtig kalt werden, mit Schnee, der die Hochebene in eine weiche, weiße Decke verwandelt. Diese Kombination macht Altınyayla das ganze Jahr über interessant – man muss nur wissen, welche Jahreszeit wofür ideal ist.
Das Besondere an Altınyayla ist seine Atmosphäre: Es gibt keine große Sehenswürdigkeiten-Dichte wie an der Küste oder in bekannten Touristenstädten. Stattdessen lebt der Reiz in den kleinen Momenten: ein Sonnenuntergang über dunkler Erde und goldenen Feldern, der Ruf des Muezzins, der über die Hügel trägt, ein spontaner Tee im Schatten eines Walnussbaums. Wer sich darauf einlässt, lernt eine Seite der Türkei kennen, die in klassischen Urlaubsbroschüren kaum vorkommt – aber lange im Gedächtnis bleibt.
Für viele Reisende ist Altınyayla eher Zwischenstation auf der Route zwischen Sivas, Şarkışla und Pınarbaşı. Doch genau darin liegt eine Chance: Wer hier übernachtet oder zumindest einen halben Tag bleibt, bekommt den Kontrast zu den lebhafteren Städten deutlich zu spüren. Das Tempo sinkt, Geräusche werden leiser, der Blick weiter. Altınyayla ist ein Landkreis für Menschen, die bewusst entschleunigen wollen – ohne auf Gastfreundschaft, gutes Essen und kleine Entdeckungen zu verzichten.
Und schließlich ist da noch dieser unausweichliche Moment: Du stehst auf einer Anhöhe, schaust über die Felder hinunter auf Altınyayla, hörst vielleicht den Wind in den Gräsern und das ferne Bellen eines Hundes – und irgendwo im Hintergrund läuft dein Song über dieses goldene Plateau. Genau dann versteht man, warum es sich lohnt, hier nicht nur durchzufahren, sondern anzukommen.
Die Kultur von Altınyayla ist geprägt von einem ländlichen, bodenständigen Alltag. Familien leben häufig über Generationen im selben Dorf, viele kehren selbst nach Jahren in der Großstadt zumindest für die Sommermonate in ihre Heimat zurück. Hochzeiten, Beschneidungsfeste und religiöse Feiertage werden hier noch mit großer Beteiligung der Nachbarschaft gefeiert. Wenn Musik erklingt, sind es oft traditionelle anatolische Melodien, begleitet von Davul und Zurna – und der Kreis der Tänzer füllt sich schnell.
Ein wichtiger Teil der lokalen Kultur ist die Verbindung zur Hochebene selbst. Viele Geschichten und Erzählungen drehen sich um das Klima, die Felder, die Tiere und die harte Arbeit auf dem Land. Diese Verbundenheit spiegelt sich auch im Alltag wider: Hausgemachter Joghurt, eigene Butter, Konserven und eingelegte Gemüse gehören in vielen Haushalten selbstverständlich dazu. Gäste bekommen meist zuerst etwas zu essen und zu trinken angeboten, bevor überhaupt nach dem Reiseziel gefragt wird.
Wer aufmerksam zuhört, merkt, dass in Altınyayla neben türkischen auch kurdische Sprachfärbungen und Begriffe auftauchen. Die Vielfalt spiegelt sich weniger in offiziellen Programmen als in Alltagsdialogen, Dialekten und Redensarten wider. Genau diese Mischung gibt dem Landkreis eine stille, aber spürbare kulturelle Tiefe, die man nur wahrnimmt, wenn man sich Zeit für Gespräche nimmt.
Altınyayla ist kein klassischer Abenteuer-Hotspot – und genau das macht die Aktivitäten hier so angenehm. Statt langer To-do-Listen stehen einfache Dinge im Mittelpunkt: Spazierengehen über Feldwege, Dorfbummel, Fotostopps an Aussichtspunkten, Picknicks auf der Hochebene. Wer gerne fotografiert, findet unzählige Motive: alte Traktoren, bunte Haustüren, Moscheen mit schlichten Minaretten, Mistgabeln an den Hauswänden, Sonnenblumenfelder im Spätsommer.
Ein Highlight für historisch Interessierte ist die Verbindung zum hethitischen Erbe der Region. Ein Ausflug nach Sivas mit Besuch des Archäologischen Museums, wo die Stele von Altınyayla ausgestellt ist, lässt sich wunderbar mit einem Tagestrip in den Landkreis kombinieren. Außerdem lohnt sich eine Fahrt Richtung Sarissa (Kuşaklı), einer hethitischen Stätte nördlich von Altınyayla – ideal für alle, die Natur mit Geschichte verbinden möchten.
Wer aktiv sein möchte, kann leichte Wanderungen über die Hochebene einplanen, zum Beispiel von einem Dorf zum nächsten, mit Tee- oder Frühstückspause unterwegs. Besonders schön ist es in den frühen Morgenstunden oder ab dem späten Nachmittag, wenn das Licht weich wird und die Temperaturen angenehm sind.
Starte morgens in Sivas und nimm die Straße über Şarkışla Richtung Altınyayla. Plane unterwegs einen kurzen Stopp für einen Blick über die Täler der Provinz ein. In Altınyayla angekommen, spazierst du durch den Ortskern, gönnst dir Tee und ein einfaches Frühstück, bevor du nach Deliilyas weiterfährst. Dort kannst du durch den Ort bummeln und die Aussicht auf die umliegenden Hügel genießen. Nachmittags geht es zurück nach Sivas – mit Sonnenuntergang als Kulisse auf der Hochebene.
Tag 1: Anreise nach Altınyayla, Rundgang durch den Ort, Besuch der zentralen Moschee und Spaziergang auf eine nahe Anhöhe, um den Rundblick über die Felder zu genießen. Abends Essen im Ort und Übernachtung in Altınyayla oder Deliilyas.
Tag 2: Früher Start Richtung Sarissa (Kuşaklı) oder ein Abstecher zu anderen Landkreisen in der Umgebung, zum Beispiel nach Şarkışla oder Zara. So kombinierst du ländliches Leben, archäologische Stätten und unterschiedliche Landschaften der Provinz Sivas in einer kompakten Tour.
Tipp: Plane deine Fahrzeiten so, dass du mindestens einen Sonnenauf- oder -untergang auf der Hochebene erlebst – mit deinem Altınyayla-Song als Soundtrack im Hintergrund.
In einem dünn besiedelten Landkreis wie Altınyayla ist Nachhaltigkeit in erster Linie eine Frage des Respekts: Respekt vor den Menschen, die hier leben, und Respekt vor der Landschaft, von der sie abhängen. Müll gehört nicht in den Straßengraben, sondern wieder mitgenommen oder ordentlich entsorgt. Wer auf Feldwegen unterwegs ist, bleibt auf den bestehenden Spuren und fährt nicht quer über Wiesen und Äcker.
Unterstütze lokale Strukturen, indem du in kleinen Geschäften einkaufst, regionale Produkte probierst und möglichst bei lokalen Betrieben übernachtest. Viele Familien betreiben kleine Landwirtschaften – Käse, Joghurt, Honig oder Getreideprodukte aus der Region sind nicht nur nachhaltig, sondern schmecken auch nach „echtem“ Anatolien.
Wasser ist in Zentralanatolien ein wertvolles Gut. Gehe sparsam damit um, vor allem in den trockenen Sommermonaten. In manchen Dörfern wird das Thema sehr sensibel gesehen – wer bewusst damit umgeht, zeigt Respekt und wird entsprechend freundlich aufgenommen.
Die Küche in Altınyayla ist herzhaft und ländlich. Brot, Käse, Hausjoghurt und Eier von eigenen Hühnern stehen fast überall auf dem Tisch. Dazu kommen einfache, aber köstliche Eintöpfe, Bulgurgerichte und Fleischspeisen, oft mit Lamm oder Rind. Wer im richtigen Moment da ist, kann beim Brotbacken im Steinofen oder beim Einlagern von Wintervorräten zuschauen.
Typisch für die Region sind auch Gerichte mit Linsen und Kichererbsen, hausgemachte Suppen sowie süße Kleinigkeiten wie Helva oder einfache Kuchen. Tee gibt es ohnehin überall – und nicht selten wird, vor allem im Winter, heißer Çorba (Suppe) als Stärkung angeboten.
Rezept-Idee für zuhause: Probiere einen einfachen anatolischen Bulgur-Pilav mit viel Zwiebel, Paprika, Tomate und einer Handvoll getrockneter Kräuter. Dazu ein Klecks Naturjoghurt – und du hast ein kleines Stück Altınyayla in deiner eigenen Küche.
Die Natur in Altınyayla ist kein spektakuläres Hochgebirge, sondern eine ruhige, weite Hochebene. Genau das macht den Reiz aus: sanfte Hügel, langgezogene Täler, Felder und Weiden, dazwischen kleine Baumgruppen und Bachläufe. Im Frühjahr färben Wildblumen die Wiesen bunt, im Sommer dominieren Gelb- und Brauntöne, im Winter liegt oft Schnee.
Für Outdoor-Fans eignen sich vor allem leichte Wanderungen oder längere Spaziergänge auf Feldwegen. Die Weite sorgt dafür, dass man trotz geringem Höhenunterschied immer wieder schöne Ausblicke hat. Wer mag, kann sich eine kleine Picknicktasche packen, auf einer Anhöhe niederlassen und einfach nur schauen – auf Traktoren, die langsam über die Felder ziehen, oder auf Wolken, die über die Ebene wandern.
In Altınyayla spielt sich das Festleben vor allem rund um religiöse Feiertage, Hochzeiten und Dorffeste ab. Während Ramazan und Kurban Bayramı treffen sich Familien aus nah und fern, viele Rückkehrer aus den Großstädten bringen frischen Schwung in den Landkreis. Auf den Dorfplätzen wird musiziert, getanzt und gemeinsam gegessen.
Daneben gibt es in manchen Jahren lokale „yayla“-Treffen auf den Hochebenen der Region. Termine und Orte ändern sich, werden aber meist über lokale Bekanntmachungen, Gemeinde-Seiten oder Social Media kommuniziert. Wer im Sommer unterwegs ist, sollte die Augen offenhalten – vielleicht stolperst du ganz zufällig in ein Fest mit Davul, Zurna und Kreis-Tänzen.
Da die Daten vieler Veranstaltungen variieren, lohnt sich ein Blick auf die Websites der Gemeinden Altınyayla und Deliilyas oder ein kurzes Gespräch mit Einheimischen im Teegarten.
Altınyayla gehört zu einer Region, in der sich über Jahrtausende hinweg verschiedene Kulturen überlagert haben. Bereits in hethitischer Zeit waren Hochebenen und Täler rund um Sivas besiedelt; die Stele von Altınyayla ist ein beeindruckendes Zeugnis dieser frühen Phase. Später kamen Phryger, Lydier, Römer und Byzantiner, bevor Seldschuken und Osmanen die Struktur der heutigen Siedlungen prägten.
Heute spürt man diese Geschichte nicht in großen Monumenten, sondern eher in Details: in alten Friedhöfen, in Dorfmoscheen mit schöner Holzarbeit, in Erzählungen älterer Bewohnerinnen und Bewohner.
Wie in vielen anatolischen Landstrichen ranken sich auch um Altınyayla zahlreiche Legenden, die von älteren Dorfbewohnern bei Tee oder am Ofen erzählt werden. Eine besonders schöne Geschichte erklärt, warum die Hochebene „golden“ genannt wird:
Man erzählt, dass vor langer Zeit ein armer Hirte um Regen bat, weil seine Herde drohte zu verenden. In einer Nacht träumte er, ein Lichtstreifen ziehe sich über die Hochebene und verwandle den Boden in Gold. Als er morgens aufwachte, war die Erde zwar nicht aus Gold, aber der Regen war gekommen – und die Felder standen kurz darauf in sattem Gelb. Seitdem heißt es, dass nicht Gold, sondern fruchtbare Erde und harte Arbeit die wahre „Schatzkammer“ der Menschen von Altınyayla sind.
Solche Legenden sind weniger als historische Fakten zu verstehen, sondern als poetische Spiegel der Haltung der Menschen: Dankbarkeit für Regen, Respekt vor der Natur und die Überzeugung, dass Reichtum im Miteinander liegt.
In manchen Dörfern von Altınyayla wird eine Sage über einen wandernden Stein erzählt. Demnach soll ein großer, ungewöhnlicher Stein immer wieder an verschiedenen Stellen aufgetaucht sein – auf Hügeln, an Feldwegen, sogar mitten auf einer Weide. Die Leute sagten, dieser Stein sei ein Bote aus einer sehr alten Zeit, der daran erinnere, dass hier schon vor ihnen Menschen lebten und beteten.
Obwohl die Sage viele Varianten kennt, erinnert sie ein wenig an die hethitische Stele: Ein Stein aus graugrüner Färbung, der erst als Grabstein wiederentdeckt und dann ins Museum gebracht wurde. In den Erzählungen verschmelzen archäologische Fakten und Fantasie zu einer ganz eigenen regionalen Mythologie – typisch für Anatolien, wo Geschichte und Geschichten selten strikt getrennt sind.
Für Reisende ist es spannend, solchen Sagen zuzuhören und nachzufühlen, wie stark die Verbundenheit mit Boden, Steinen und Landschaft in dieser Region ist.
Altınyayla liegt auf einer Hochebene – das bedeutet kontinentales Klima mit klaren Jahreszeiten. Die Sommer sind warm bis heiß, aber durch die Höhe oft erträglicher als in manchen Tieflagen. Im Schatten lässt es sich meist gut aushalten, und abends fällt die Temperatur deutlich, sodass man eine leichte Jacke gebrauchen kann.
Im Herbst färben sich Felder und Hügel in warme Brauntöne, die Luft wird kühler und transparenter – ideal für Fotografie und Wanderungen. Winter können streng sein, mit Schnee, glatten Straßen und Minusgraden. Wer zu dieser Zeit reist, sollte auf Winterausrüstung achten und sich vorab über Straßenverhältnisse informieren.
Frühling und früher Sommer sind die angenehmsten Reisezeiten: Die Landschaft erwacht, die Luft ist frisch und klar, und die Tage sind bereits lang. Wer die Sonnenblumenfelder in voller Pracht erleben möchte, richtet seine Reise idealerweise auf Spätsommer aus.
Plane einen einfachen Rundweg, der am Ortsrand von Altınyayla startet, über Feldwege zu einer kleinen Anhöhe führt und dann in einem Bogen zurück ins Zentrum verläuft. Unterwegs siehst du landwirtschaftliche Flächen, kleine Wasserläufe und vielleicht weidende Tiere. Ideal für 1–2 Stunden, am besten am Vormittag oder späten Nachmittag.
Mit Ortskenntnis oder nach Rücksprache mit Einheimischen lässt sich eine leichte Wanderung zwischen Altınyayla und einem der umliegenden Dörfer planen, etwa Richtung Başyayla oder Bayındır. Unterwegs ergeben sich immer wieder Fotostopps, und am Zielort bietet sich ein Tee im Dorfladen oder bei einer Bakkal-Familie an.
Wichtig: Immer genug Wasser mitnehmen, Sonnenschutz beachten und im Sommer möglichst nicht in der Mittagshitze gehen.
Altınyayla ist ein ländlicher Landkreis, in dem Barrierefreiheit nur teilweise vorhanden ist. Viele Straßen sind asphaltiert, aber es gibt Bordsteinkanten, unebene Gehwege und stellenweise lose Schotterabschnitte. In kleineren Restaurants und Teehäusern führen meist wenige Stufen zum Eingang; Aufzüge sind selten.
Positiv ist, dass das Tempo insgesamt langsam ist und Fahrzeuge meist vorsichtig fahren. Wer mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, sollte die Wege vorher abschätzen und sich im Zweifel begleiten lassen. Bei Übernachtungen lohnt sich eine direkte Anfrage, ob ebenerdige Zimmer oder Zimmer im Erdgeschoss verfügbar sind.
Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollten Altınyayla als Ziel mit eher einfachen, realistischen Erwartungen betrachten. Es gibt nur wenige speziell ausgewiesene barrierefreie Einrichtungen. Viele Anpassungen funktionieren jedoch pragmatisch: Menschen helfen beim Einstieg, Türen werden aufgehalten, Stufen gemeinsam überwunden.
Wer auf medizinische Infrastruktur angewiesen ist, sollte bedenken, dass spezialisierte Einrichtungen eher in größeren Städten wie Sivas zu finden sind. Eine vorherige Reiseplanung mit Notfallkontakten, Medikamenten auf Vorrat und eventuell einem Mietwagen mit genug Platz für Hilfsmittel ist empfehlenswert.
Bitte Menschen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis fotografieren – gerade in ländlichen Regionen ist das ein Zeichen von Respekt.
In Altınyayla gibt es eine grundlegende medizinische Versorgung, für komplexere Behandlungen ist jedoch die Fahrt nach Sivas oder in größere Nachbarlandkreise notwendig. Notruf ist wie im ganzen Land unter der Nummer 112 erreichbar.
Empfehlenswert sind eine kleine Reiseapotheke (Schmerzmittel, Pflaster, Magenmittel, Sonnenschutz) und ausreichend Trinkwasser, gerade im Sommer. Bei Wanderungen auf der Hochebene solltest du jemandem mitteilen, wohin du gehst, und dein Handy geladen halten.
Große Einkaufszentren wirst du in Altınyayla nicht finden – dafür kleine Läden, Bäckereien und Märkte mit Produkten des täglichen Bedarfs. Besonders spannend sind lokale Produkte wie Mehl, Hülsenfrüchte, Honig oder saisonale Gemüse und Obstsorten, die direkt aus der Umgebung stammen.
Wichtiger Hinweis: In vielen Teilen der Türkei ist es üblich, dass Restaurant- und Ladenbesitzer Gäste freundlich ansprechen und ins Geschäft einladen. Das gehört zur Kultur und ist meist herzlich gemeint. Wenn jemand allerdings sehr aufdringlich wird, dich festhält oder massiv bedrängt, ist das ein Zeichen für eine Touristenfalle – auch wenn Altınyayla hiervon deutlich weniger betroffen ist als touristische Küstenorte. In solchen Fällen hilft ein höfliches, aber bestimmtes „Hayır, teşekkürler“ und weitergehen.
Eine Besonderheit von Altınyayla ist schon der Name selbst: Es gibt in der Türkei zwei Landkreise mit dem Namen Altınyayla – einer in Sivas, einer in Burdur. Wer online recherchiert, sollte also immer die Provinz dazuschreiben, um keine Verwechslungen zu riskieren.
Skurril, aber typisch ländlich ist auch der Umgang mit Entfernungen: Wenn Einheimische „yakın“ (nah) sagen, kann das durchaus 15–20 Kilometer bedeuten. Lass dich davon nicht irritieren und plane entsprechend etwas mehr Fahrzeit ein – auf den ruhigen Straßen der Hochebene ist der Weg ohnehin Teil des Erlebnisses.
Wie komme ich am besten nach Altınyayla?
Am bequemsten mit dem Auto über die Straße Sivas–Şarkışla–Altınyayla. Es gibt zudem Linienbusse und Minibusse (Dolmuş) aus umliegenden Orten – aktuelle Zeiten vor Ort oder online prüfen.
Brauche ich einen Geländewagen?
Für die Hauptstraßen ist kein Geländewagen nötig. Für abgelegene Feldwege reicht meist ein normaler Pkw mit vorsichtiger Fahrweise.
Wie viele Tage sollte ich einplanen?
Für den ersten Eindruck reicht ein Tag. Wer wandern, fotografieren und auch Sarissa oder Sivas intensiv verbinden möchte, sollte 2–3 Tage einplanen.
Gibt es Bankautomaten und Mobilfunkempfang?
In den größeren Orten des Landkreises gibt es in der Regel Bankautomaten. Mobilfunkempfang ist meist vorhanden, kann aber in Senken und abgelegenen Tälern schwächer werden.
Ist Altınyayla ein sicheres Reiseziel?
Ja. Wie in vielen ländlichen Regionen der Türkei sind Kriminalitätsraten niedrig, und Gäste werden in der Regel freundlich aufgenommen. Wie überall gilt: Wertsachen nicht offen liegen lassen und gesunden Menschenverstand nutzen.
Diese Liste umfasst alle offiziellen Orte und Dörfer des Landkreises Altınyayla (Sivas). Je nach Verwaltungsreform können einzelne Dörfer als Mahalle einer Gemeinde geführt werden – im Alltag ändert sich für Reisende daran jedoch wenig.