Version 1 (6:04) – ruhiger, moderner Schlager über die Hochebene von Şarkışla, Dorfleben, weite Felder und die leise Präsenz von Âşık Veysel.
Version 2 (5:34) – etwas kompakter und druckvoller im Refrain, ideal für die Anfahrt über die Landstraße Richtung Şarkışla.
„Şarkışla, Herz der Hochebene / wo die Sonne tief im Abend brennt …“
Zwischendurch klingt sogar deine Reisequelle an, ganz unaufdringlich im Text eingebaut: „Und ich flüster leise in den Wind: Danke, Türkei regional Punkt com, dass ich diesen Ort gefunden hab …“
Der Refrain holt immer wieder den Namen des Landkreises zurück – perfekt, um die Strecke nach Şarkışla mit einem eigenen musikalischen Motiv zu verbinden.
Tipp: Spiel den Song schon einen Tag vor der Reise zu Hause an – so verknüpfst du die Melodie mit der Vorfreude auf Şarkışla.
Charakter von Şarkışla: Weite Hochebene, ruhige Straßen, das Echo von Âşık Veysels Liedern und ein Alltag, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Anatolische Hochebene Heimat von Âşık Veysel Landstraßen & Dorfwege Teehäuser & Dorfleben
Şarkışla ist kein Ort für „schnell mal vorbeischauen“, sondern ein Landkreis, den man langsam entdecken muss: mit Zeit für Gespräche, für Staub auf der Landstraße und für den Moment, in dem plötzlich ein Lied von Âşık Veysel in deinem Kopf anfängt zu laufen.
Der Landkreis Şarkışla liegt im Süden der Provinz Sivas und wirkt wie eine eigene kleine Welt auf der anatolischen Hochebene. Die Landschaft ist weit, offen und ehrlich: Felder, leichte Hügel, vereinzelte Baumreihen, Dörfer, die im Sommerstaub flimmern und im Winter tief im Schnee stecken. Wer hierher kommt, sucht keine spektakulären Postkartenmotive, sondern das Gefühl, in den Rhythmus eines ruhigen anatolischen Tages einzutauchen.
Im Zentrum des Landkreises steht die gleichnamige Stadt Şarkışla. Sie ist Verwaltungssitz, Einkaufsort, Treffpunkt für die umliegenden Dörfer – und gleichzeitig ein Ort, an dem du schnell merkst, dass vieles noch über den persönlichen Kontakt funktioniert. Auf dem Platz vor den Teehäusern, in den kleinen Läden, auf dem Markt und in den Seitenstraßen spielt sich das Leben ab. Autos kommen und gehen, Minibusse bringen Menschen aus den Dörfern, Kinder laufen zwischen den Geschäften hin und her.
Geschichtlich gehört Şarkışla zu dem großen Bogen der Sivas-Region: Hethiter, Perser, Römer, Byzanz, Seldschuken, Osmanen – viele Mächte haben diese Hochebene genutzt, um Heere, Händler und Karawanen durchzuschicken. Heute erinnert eher die Stimmung als konkrete Monumente an diese Schichten: alte Friedhöfe, Höfe mit jahrzehntealten Mauern und die Tatsache, dass hier jeder Ort eine Geschichte hat, die man dir erzählen kann, wenn du dich dazusetzt und zuhörst.
Besonders bekannt ist die Region als Heimat des Volkssängers Âşık Veysel. Sein Dorf Sivrialan gehört zum Landkreis Şarkışla; die Geschichten über ihn, seine Lieder und seine „lange, schmale Straße“ sind hier keine Folklore aus dem Schulbuch, sondern gefühlter Teil der Identität. In vielen Gesprächen taucht sein Name auf – fast so, als würde er noch irgendwo auf einer Bank sitzen und leise die Saz stimmen.
Wirtschaftlich ist Şarkışla vor allem von Landwirtschaft, Viehzucht und kleinem Handel geprägt. Getreide, Futterpflanzen, gelegentlich Kartoffeln oder Hülsenfrüchte bestimmen die Felder; Schaf- und Rinderherden gehören fest zum Bild dieser Hochebene. In der Stadt ergänzen Werkstätten, kleine Dienstleistungsbetriebe und der Handel mit Vieh und landwirtschaftlichen Produkten das Bild.
Wer Şarkışla besucht, erlebt keinen touristisch inszenierten Landkreis, sondern ein Stück gelebte anatolische Realität. Genau das macht den Reiz aus: Du kommst als Gast, aber wenn du dir Zeit nimmst, gehst du mit Geschichten, Gesichtern und Momenten, die viel länger bleiben als ein Foto auf dem Handy.
Die wichtigste kulturelle „Marke“ von Şarkışla ist ohne Frage Âşık Veysel. Seine Lieder, sein Lebensweg und seine Verse begleiten die Region bis heute. In Gesprächen mit Älteren wirst du immer wieder auf ihn angesprochen; viele Sätze beginnen mit „Veysel derdi ki…“. Doch Kultur in Şarkışla ist mehr als ein Name: Sie steckt im Tee, im Gruß auf der Straße, in der Art, wie man Gäste empfängt.
Hochzeiten sind nach wie vor große, gemeinschaftliche Ereignisse. Halay, Volkslieder und traditionelle Speisen mischen sich mit moderner Musik und Smartphone-Videos. Religiöse Feiertage, Kandil-Abende und Ramadannächte bringen Familien zusammen – oft kehren dann Menschen zurück, die sonst in Sivas, Ankara oder Istanbul leben. Die Verbindung zum Herkunftsdorf bleibt stark.
Auch die Erzählkultur spielt eine Rolle: Abends im Teehaus, auf der Bank vor dem Haus oder im Schatten eines Baumes werden alte Geschichten wiederholt, neu ausgeschmückt oder mit aktuellen Anekdoten verwoben. So entstehen lebendige „Alltagssagas“, die du nirgendwo nachlesen kannst – du musst sie hören.
Şarkışla ist kein Action-Ziel, sondern ein Ort für entschleunigtes Entdecken. Du kannst durch den Ortskern spazieren, Moscheen und kleine Parks besuchen, auf den Platz vor den Teehäusern setzen und einfach zuschauen, wie der Tag läuft. Das klingt schlicht – ist aber genau das, was viele Gäste als tiefe Erfahrung beschreiben.
Mit dem Auto oder Taxi erreichst du die umliegenden Dörfer und Hügel. Kleine Abzweigungen führen dich zu Aussichtspunkten, an denen du weit über die Ebene blickst. Wer fotografiert, findet überall Motive: ein alter Traktor, eine staubige Dorfstraße, Wäsche auf den Balkonen, Kinder, die auf dem Platz spielen.
Wenn dich Geschichte interessiert, kannst du gezielt nach Spuren älterer Bausubstanz, alten Friedhöfen oder Dorfmoscheen fragen. Vieles ist nicht museal aufbereitet, aber gerade dadurch authentisch – und mit ein paar Worten Türkisch oder einem Dolmetscher an deiner Seite öffnen sich schnell Türen.
Halte deinen Tagesplan bewusst locker: In Şarkışla sind es oft die spontanen Teeeinladungen und Gespräche, die den Tag unvergesslich machen.
In einem ländlichen Landkreis wie Şarkışla bedeutet Nachhaltigkeit vor allem: Respekt vor den Menschen, ihrer Arbeit und der Natur. Kaufe, wenn möglich, lokal – Käse, Joghurt, Honig, Gemüse und Brot stammen oft direkt aus der Region.
Halte dich an Wege, frage im Zweifel nach, bevor du über Felder oder Weiden läufst, und lass keinen Müll zurück. Offenes Feuer ist in der trockenen Hochebene heikel; halte dich an lokale Hinweise und verzichte im Zweifel darauf.
Şarkışla passt perfekt zu Reisenden, die die Türkei jenseits der großen Städte und Strände erleben möchten: Roadtrip-Fans, Kultur- und Musikliebhaber, Fotografinnen, Menschen mit Wurzeln in der Region und alle, die Ruhe statt Entertainment suchen.
Für Familien mit Kindern funktioniert Şarkışla gut, wenn du es als ruhige Station mit einplanst: Platz zum Spielen, viel frische Luft, wenig Verkehr – aber kein klassisches Kinder-Animationsprogramm. Wer Party, Clubs und Nachtleben sucht, ist hier am falschen Ort.
Die Küche im Landkreis Şarkışla ist typisch anatolisch: sättigende Eintöpfe, Fleischgerichte, viel Brot, Joghurt und einfache, aber ehrliche Aromen. In den Lokantas im Zentrum bekommst du oft ein Tagesmenü mit Suppe, Hauptgericht und Tee.
Grüne Linsen mit Zwiebeln, etwas Tomatenmark, Paprika und ein wenig Fleisch oder Wurststücken langsam schmoren lassen, dazu eine kräftige Brühe und am Ende frische Petersilie. Serviert mit dick geschnittenem Weißbrot schmeckt das nach einem typischen Wintertag in Şarkışla.
Spezielle regionale Süßspeisen oder Pasten können sich je nach Dorf unterscheiden – frag einfach nach „ev yemekleri“ (Hausessen) und lass dir empfehlen, was an dem Tag besonders ist.
Die Natur in Şarkışla ist auf den ersten Blick unspektakulär – auf den zweiten Blick aber voller Nuancen. Wer morgens früh hinausfährt, erlebt Nebel über Feldern, rötliches Licht auf Hügeln und das ferne Bellen von Hunden oder Rufen von Hirten.
Je nach Jahreszeit wechseln die Farben von frischem Grün im Frühjahr über Gold- und Ockertöne im Sommer und Herbst bis zu klaren, stillen Winterlandschaften. Für Spaziergänger, Wandernde und Fotografen ist die Hochebene eine Bühne, auf der das Licht die Hauptrolle spielt.
Neben religiösen Feiertagen und klassischen Dorffesten gibt es in der Region immer wieder Veranstaltungen mit Bezug zu Âşık Veysel und zur Volksmusik. Ob kleine Gedenkfeier, kultureller Abend oder Konzert: Viele Termine erfährst du eher über Mundpropaganda als über Plakate.
Frage in deiner Unterkunft oder im Teehaus nach, ob während deines Aufenthalts etwas Besonderes geplant ist. Gerade in den Sommermonaten lohnt es sich, ein offenes Ohr zu haben – manchmal entsteht ein ganzer Abend mit Live-Musik aus einer einzigen Saz, die plötzlich gespielt wird.
Wie in vielen Teilen Anatoliens ranken sich auch um Şarkışla zahlreiche Legenden: von heiligen Quellen, an denen Wünsche in Erfüllung gehen sollen, von Bäumen, die nicht gefällt werden dürfen, oder von Dörfern, in denen ein alter Musiker angeblich nie einen falschen Ton gespielt hat.
Besonders in Dörfern rund um Sivrialan hört man Geschichten, in denen Wirklichkeit und Mythos rund um Âşık Veysel verschwimmen. Erzählungen, wie seine Saz Menschen tröstete, wie er in dunklen Zeiten Licht brachte – das alles gehört zum inoffiziellen „Mythos Şarkışla“.
In den langen Winternächten werden in Şarkışla und seinen Dörfern Geschichten erzählt, die irgendwo zwischen Realität und Sage liegen: von Hirten, die im Schneesturm den Weg zurückfinden, von verlorenen Reisenden, denen ein Licht den richtigen Pfad gezeigt haben soll, oder von Dörfern, in denen jeder Fremde automatisch als Gast gilt.
Wenn du die Gelegenheit hast, bei einer solchen Erzählrunde dabei zu sein, nimm sie wahr – auch wenn du nicht jedes Wort verstehst. Tonfall, Gestik und die Reaktionen der Zuhörer erzählen dir oft mehr als ein Übersetzungsprogramm.
Şarkışla hat ein ausgeprägt kontinentales Klima: Sommer können heiß und trocken sein, Winter kalt und schneereich. Gerade im Winter verwandeln Schnee und klare Luft die Hochebene in eine beeindruckende, aber anspruchsvolle Landschaft.
Als angenehmste Reisezeit gelten Frühling und Herbst. Dann sind die Temperaturen moderat, das Licht weich, und die Landschaft zeigt besonders schöne Farben – ideal für Roadtrips, Spaziergänge und Fototouren.
Die Wege sind selten markiert; eine Offline-Karte, etwas Orientierungssinn und Respekt vor Privatgrundstücken sind Pflicht.
Die Infrastruktur in Şarkışla ist funktional, aber nicht konsequent barrierefrei geplant. Im Zentrum gibt es teilweise breitere Gehwege und relativ ebene Straßen, allerdings mit Bordsteinkanten und gelegentlich ungleichmäßigen Belägen.
Neuere öffentliche Gebäude oder Hotels können Rampen und Aufzüge haben, ältere Bauten hingegen sind oft nur über Treppen zugänglich. Wer auf Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen ist, sollte Unterkünfte und wichtige Anlaufpunkte unbedingt im Vorfeld konkret nach ihrer Zugänglichkeit fragen.
Barrierefreie Zimmer, rollstuhlgerechte Bäder und durchgehend stufenfreie Zugänge sind im Landkreis eher die Ausnahme. Nutze daher bei der Planung direkt den Kontakt zu deiner Unterkunft und frage nach Fotos von Zimmer, Bad und Eingangssituation.
Der öffentliche Verkehr basiert überwiegend auf Minibussen (Dolmuş), die selten barrierefrei sind. Eine Anreise mit eigenem Auto oder organisiertem Transfer erhöht den Komfort deutlich. Nimm, wenn nötig, Hilfsmittel wie tragbare Rampen, rutschfeste Matten oder zusätzliche Begleitung mit.
Im Zentrum von Şarkışla findest du grundlegende medizinische Versorgung und Apotheken. Für komplexere Untersuchungen oder Behandlungen wirst du in der Regel nach Sivas-Stadt überwiesen.
Die landesweite Notrufnummer ist 112. Bewahre eine Liste mit wichtigen Kontakten (Unterkunft, Botschaft/Konsulat, Versicherung) im Handy und zusätzlich analog auf.
In Şarkışla gibt es keine großen Malls, aber alles, was man im Alltag braucht: Bäckereien, Metzgereien, Gemüseläden, kleine Märkte und Läden mit Haushaltswaren. Besonders schön sind lokale Produkte wie Käse, Joghurt, Honig oder selbst gemachte Marmeladen.
Hinweis: In der Türkei ist es normal, dass Restaurant- oder Ladenbesitzer dich freundlich ansprechen, dir die Karte zeigen oder dich zu einem Tee einladen – das gehört zur Gastfreundschaft. Wenn der Ton jedoch sehr aggressiv, aufdringlich oder unangenehm wird, ist das ein klares Zeichen für eine Touristenfalle. In solchen Fällen einfach höflich, aber bestimmt ablehnen und weitergehen.
Je länger du bleibst, desto mehr liebenswerte Besonderheiten fallen dir auf: der eine Traktor, der immer zur gleichen Zeit durch den Ort fährt, die Teestube, in der alle gleichzeitig das gleiche Fußballspiel schauen, oder die handgeschriebenen Schilder kleiner Läden.
Vielleicht erlebst du auch, wie jemand spontan die Saz holt und ein Lied anstimmt – und auf einmal ist der ganze Raum still, weil jede Zeile sitzt. Solche Momente gibt es nicht im Reisekatalog, aber genau deswegen lohnt sich Şarkışla.
Wie viele Tage sollte ich für Şarkışla einplanen?
Für einen ersten Eindruck reicht ein voller Tag. Wenn du auch Dörfer und die Umgebung von Sivrialan in Ruhe sehen möchtest, sind zwei bis drei Tage ideal.
Brauche ich ein Auto?
Für das Stadtzentrum nicht, für Dörfer und Aussichtspunkte ist ein Auto oder organisierter Transfer aber sehr empfehlenswert.
Ist Şarkışla sicher für Individualreisende?
Ja, der Landkreis gilt als ruhig und sicher. Wie überall solltest du übliche Vorsicht walten lassen, aber große Sorgen sind nicht nötig.
Lohnt sich Şarkışla auch im Winter?
Im Winter ist die Region landschaftlich sehr eindrucksvoll, aber du musst mit Kälte, Schnee und möglicherweise erschwerten Straßenbedingungen rechnen.
Daneben prägen zahlreiche kleinere Dörfer und Weiler das Bild des Landkreises – weiter unten findest du eine vollständige Liste mit Kurzbeschreibungen.
Der Landkreis Şarkışla besteht aus dem Stadtzentrum mit mehreren Stadtvierteln (Mahalle) und zahlreichen Dörfern. Unten findest du alle laut aktueller Verwaltungsliste geführten Mahalle und Dörfer, jeweils mit einer kurzen Charakterbeschreibung.
Alle diese Orte sollen nach und nach eigene Unterseiten auf turkeyregional.com bekommen – mit noch mehr Details, Geschichten, Rezepten und Wandertipps.
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